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Politik

Startschuss für Nabucco-Pipeline

Die EU und die Türkei haben die geplante Gaspipeline gewürdigt: Der Bau sei "historisch" und illustriere die strategische Bedeutung des Landes. Der Iran und der Irak bringen sich als Gaslieferanten ins Gespräch.

Nabucco-Konferenz (Foto: AP)

Nabucco-Konferenz in Ankara

Fünf Staaten haben am Montag (13.07.2009) in Ankara das Abkommen zum Bau der Nabucco-Pipeline unterzeichnet, die ab 2014 Erdgas aus Zentralasien nach Europa liefern soll. Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und die Türkei haben sich dabei darauf geeinigt, staatliche Hürden für den Bau der Leitung zu beseitigen.

"Heute erleben wir ein historisches Ereignis", sagte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Rande der Unterzeichnungszeremonie in der türkischen Hauptstadt. Die Pipeline gilt als strategisch bedeutsam: Denn die etwa 3300 Kilometer lange Leitung verläuft nicht über russisches Territorium. Die EU will damit die Abhängigkeit von Russland verringern. Nabucco sei eine "Versinnbildlichung der strategischen Beziehungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union", sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

Lieferanten gibt es noch nicht

Der Bau der Pipeline soll 2011 beginnen. Unklar ist bislang, welche der Länder rund um das Kaspische Meer Gas liefern werden. Pünktlich zur Vertragsunterzeichnung am Montag gingen einige Absichtserklärungen ein. Aserbaidschan etwa signalisierte Interesse. Sein Land strebe eine Diversifizierung des Exports an, sagte Energieminister Natik Alijew. Auch Turkmenistan und Irak erklärten, sie wollten Gas über die Türkei an Europa verkaufen.

Nabucco-Konferenz (Foto: AP)

Die Nabucco-Pipeline führt an Russland vorbei

Sogar der Iran will Erdgas liefern. Dagegen hatten allerdings die USA bereits am Wochenende Widerstand angekündigt. Unterstützung kam allerdings aus der Türkei. Wenn die Bedingungen es erlaubten, sei er dafür, dass der Iran Erdgas liefert, sagte der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan. Die Türkei erhofft sich von Nabucco jährliche Einnahmen von bis zu 450 Millionen Euro durch Transitgebühren.

Am Bau von Nabucco ist auch der deutsche Energiekonzern RWE beteiligt. Anfang Juli hat RWE den ehemaligen Bundesaußenminister Joschka Fischer als Berater für die Verhandlungen um den Pipeline-Bau verpflichtet. Nabucco soll bis zu 31 Milliarden Kubikmeter Erdgas im Jahr nach Europa leiten. Die Kosten für den Bau werden auf 7,9 Milliarden Euro veranschlagt. Wegen unklarer Finanzierung hatte sich das Nabucco-Projekt bereits mehrmals verzögert. (det/hp/ap/dpa/rtr)

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