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Fußball

Start ins EM-Jahr gegen "wildes" England

Locker und tatendurstig präsentieren sich die deutschen Nationalspieler vor dem Test gegen England. Thomas Müller und Toni Kroos sprechen von einem guten Prüfstein. Zudem wirft die EM bereits ihre Schatten voraus.

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DFB-Elf: Der erste Klassiker rückt näher

"Wenn wir schon mal da sind, dann wollen wir auch gewinnen", mit diesem Motto geht Toni Kroos in die anstehenden Testspiele gegen England und Italien. "Die Gegner sind gut gewählt. Es sind zwei Mannschaften, die auch bei der EM stark einzuschätzen sind", so Kroos. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid stand am Donnerstag gemeinsam mit Bayern Münchens Angreifer Thomas Müller bei der DFB-Pressekonferenz Rede und Antwort. Die Partie gegen England in Berlin (Anstoß 20:45 Uhr MEZ, ab 20:30 Uhr im DW-Audio-Livestream) bezeichnete Müller als guten Prüfstein im Vorfeld der Europameisterschaft: "Wir wollen etwas zeigen", sagte der Bayern-Profi und hatte anschließend die Lacher auf seiner Seite, als es um die Stärken der eigenen Mannschaft ging: "Wir haben ein sehr gut bestücktes Team", sagte Müller. Dann bemerkte er die Zweideutigkeit seiner Aussage und fügte lachend hinzu: "Also fußballerisch."

Zwar waren Kroos und Müller eigentlich zur Pressekonferenz gekommen, um Fragen zur englischen Mannschaft zu beantworten - um die "Three Lions" und die Erwartungen an Stärken und Schwächen des Gegners ging es aber nur am Rande. Vielmehr wurde der Blick bereits voraus auf die EM im Juni geworfen. Was bedeutet die Verletzung von Kapitän Bastian Schweinsteiger? Was ist mit Mario Götze? Und: Machen sich die Nationalspieler Sorgen um ihre Sicherheit während des Turniers?

Zum Thema Sicherheit äußerte Müller, die Lage "ein bisschen skeptisch" zu beobachten. "Ich versuche, mich nicht negativ beeinflussen zu lassen", versicherte er: "Auch wenn man sagen muss, dass es schon ein bisschen verrückt ist, was gerade in Europa passiert. Das ist man nicht gewohnt, und es sollte auch nicht zur Gewohnheit werden." Als Spieler habe man "das Thema Sicherheit nicht 100-prozentig in der eigenen Hand. Wir müssen uns darauf verlassen, dass der DFB, die Veranstalter in Frankreich und die Behörden in Deutschland einen guten Job machen."

Thomas Müller bei der DFB-Pressekonferenz (Foto: picture-alliance/dpa/A. Olive)

Thomas Müller sieht die Sicherheitslage skeptisch und hält Mario Götze insgesamt für einen glücklichen Spieler

Dabei wird Kapitän Bastian Schweinsteiger wegen seiner neuerlichen Knieverletzung möglicherweise nicht mithelfen können. Kroos und Müller bedauerten den Ausfall für die kommenden Testspiele und betonten den Stellenwert des Profis von Manchester United im DFB-Team. Sie ließen gleichzeitig aber auch durchblicken, dass der Weltmeister auch ohne den verletzten Kapitän stark genug für die anstehenden Spiele sei. "Das werden nicht die ersten Spiele ohne Basti sein. Wir werden das auffangen", sagte Kroos. Wichtig sei, dass der Kapitän beim EM-Turnier im Juni an Bord sei, betonte Müller, "egal ob er jetzt zum ersten Spiel fit ist". Er erinnerte daran, dass Schweinsteiger auch schon vor der Weltmeisterschaft in Brasilien wegen einer gerade erst überstandenen Verletzung zu den Sorgenkindern gehörte: "Es hat ja auch vor der WM Fragezeichen gegeben. Und wir wissen ja alle, wie positiv das gelaufen ist."

Viele Junge gegen junge Wilde

Um bei kurzfristigen Ausfällen wie den Schweinsteigers bestmöglich gewappnet zu sein, hatten Bundestrainer Löw und sein Stab sich bei der Nominierung ihres Kaders für die beiden Testspiele bewusst für eine große Auswahl an Spielern entschieden.

Jonathan Tah im DFB-Trikot (Foto: picture-alliance/dpa/D. Reinhardt)

Leverkusens Innenverteidiger Jonathan Tah steht vor seinem Debüt in der A-Nationalmannschaft

Mit Jonathan Tah, dem gerade 20 Jahre alt gewordenen Innenverteidiger von Bayer 04 Leverkusen, wird ein Neuling in jedem Fall spielen - möglicherweise bereits gegen England. Neben Tah brennen Spieler wie Antonio Rüdiger von der AS Rom (7 Länderspiele), die Weltmeister Skhodran Mustafi vom FC Valencia (9) und Matthias Ginter von Borussia Dortmund (8), Hoffenheims Sebastian Rudy (9) und Liverpools Emre Can (3) darauf, sich in der Defensivformation beweisen zu dürfen.

Dahinter werden die jungen Torhüter Kevin Trapp (Paris St. Germain), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona) und Bernd Leno (Bayer 04 Leverkusen) die Gelegenheit bekommen, sich zu zeigen. Auch in der Offensive wollen mit Kevin Volland aus Hoffenheim und dem lange verschmähten Mario Gomez (Besiktas Istanbul) zwei Stürmer mit auf den EM-Zug aufspringen.

England: Vorne Klasse, hinten mit Ersatz

Ähnlich offen ist der Weg für viele Spieler in den englischen EM-Kader. Das Team von Trainer Roy Hodgsons ist spätestens seit dem Vorrunden-Aus bei der WM 2014 in Brasilien im Umbruch. Mittlerweile drängen viele hochtalentierte Spieler in die erste Mannschaft - vor allem in der Offensive hat Hodgson die Qual der Wahl.

Jubel Jamie Vardy von Leicester City (Foto: Getty Images/L. Griffiths)

Der Schrecken der Premier League: Leicesters Jamie Vardy will auch gegen Deutschland treffen

Shootingstar Jamie Vardy von Tabellenführer Leicester City, Harry Kane von Tottenham Hotspur, der Liverpooler Daniel Sturridge und die beiden "Gunners" Theo Walcott und Danny Welbeck vom FC Arsenal stehen bereit und setzen den Rekordtorschützen Wayne Rooney unter Druck.

Kritischer - und das schon fast traditionell - sieht es dagegen zwischen den Pfosten aus. Der erfahrene Stammtorhüter Joe Hart von Manchester City ist verletzt. Hodgson tritt daher gegen Deutschland mit Jack Butland als Nummer eins an. Der Keeper des Mittelklasse-Klubs Stoke City hat genau wie sein Ersatzmann Fraser Forster aus Southhampton erst drei Länderspiele bestritten - und dass, obwohl er bereits 2011 im Nationaltrikot debütierte. Die nachnominierte Nummer drei, Debütant Tom Heaton, spielt sogar nur in der zweiten englischen Liga, der sogenannten Championship. Dort hütet er das Tor des aktuellen Tabellenführers FC Burnley.

Da Rooney genau wie Raheem Sterling von Manchester City verletzt ist, dürfen sich die Fans in Berlin auf eine englische Elf freuen, bei der dem einen oder anderen möglicherweise nicht jeder Name geläufig ist. Die meisten Spieler im Kader stehen nicht bei den "großen Vier", Manchester City, Manchester United, FC Chelsea und FC Arsenal unter Vertrag, sondern kommen aus Tottenham, Leicester, Everton und Liverpool. Bundestrainer Löw hat dennoch großen Respekt: "England hat sich in den letzten zwei, drei Jahren stark verbessert, sie haben einen klaren Wandel vollzogen", lobte er die Entwicklung des englischen Teams. "Ich sehe bei ihnen Parallelen zu uns im Jahr 2010. Sie haben ihre Mannschaft verjüngt, spielen aus einer sehr guten Defensive und haben wenig Gegentore kassiert. Sie haben Spieler, die schnell im Konter sind. So haben wir 2010 auch gespielt."

Das Testspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen England am Samstag, können Sie ab 20:30 Uhr MEZ im DW-Audio-Livestream in voller Länge live mitverfolgen.

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