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Bücher

Start in den Buchherbst: Die Longlist für den Deutschen Buchpreis

Die Auswahl sorgt immer wieder für Überraschungen. Welches Buch hat 2016 Aussichten, zum besten deutschsprachigen Roman des Jahres gekürt zu werden? Hier sind die zwanzig Kandidaten.

Der Buchherbst hat begonnen! Seit zwölf Jahren ist die Bekanntgabe der Longlist des Deutschen Buchpreises der Auftakt in eine Zeit, in der sich das deutsche Kulturleben vorrangig mit Literatur beschäftigt: das Internationale Literaturfestival in Berlin, der Literaturnobelpreis, die Vergabe des Deutschen Buchpreises am Vorabend der Frankfurter Buchmesse und Mitte Oktober schließlich die weltgrößte Buchmesse, die immer mehr zu einem Lese- und Diskussionsfestival wird – zwei Monate mit herausragenden literarischen Ereignissen stehen bevor. Die zwanzig Titel, die jetzt auf der von einer siebenköpfigen Jury erarbeiteten Liste stehen, sind Orientierungsposten inmitten der Vielfalt der deutschsprachigen Belletristik. Durch ihre Nominierung ist ihnen große Aufmerksamkeit sicher, und zumindest den Büchern, die später in die engere Auswahl der auf sechs Titeln verkürzten Liste kommen, in vielen Fällen auch ein Platz auf den Bestsellerlisten.

Die Jury des Deutschen Buchpreises 2016 (c) Deutscher Buchpreis/Claus Setzer

Die Jury des Deutschen Buchpreises 2016 bilden als ihr Sprecher der freie Kritiker Christoph Schröder, Thomas Andre vom "Hamburger Abendblatt", Lena Bopp, Kritikerin der "Frankfurter Allgemeine Zeitung", Berthold Franke vom Goethe-Institut Prag, Susanne Jäggi von Librium Bücher, Baden, Sabine Vogel von der "Berliner Zeitung" und der in Berlin lebende Autor und Kritiker Najem Wali

Reichlich Diskussionsstoff

Der Deutsche Buchpreis wurde 2005 vom Börsenverein des deutschen Buchhandels ins Leben gerufen, mit dem klar merkantilen Ziel, über Ländergrenzen hinaus in Deutschland, Österreich und der Schweiz "für deutschsprachige Autoren, das Lesen und das Leitmedium Buch" Aufmerksamkeit zu schaffen. Das ist gelungen. Doch der Preis hat auch immer wieder zu heftigen Diskussionen im deutschen Feuilleton gesorgt, sei es durch kritische Betrachtung der Jurybesetzung oder der Qualität der nominierten Romane.

Die heute (23.8.2016) veröffentlichte Auswahl von zwanzig Büchern hält einige Überraschungen bereit. So gehört Juli Zeh mit ihrem vielbeachteten Buch "Unterleuten" nicht zu den Autoren, die sich Hoffnungen machen dürfen, dass ihr Buch am 17. Oktober zum "besten Roman des Jahres in deutscher Sprache" gekürt wird. Auch Christoph Heins "Glückskind mit Vater" war von vielen Literaturbloggern und -journalisten im Vorfeld gute Chancen eingeräumt worden. Auf der Liste fehlen die neuen Romane von Christian Kracht, Eugen Ruge und Martin Mosebach. Nicht unerwartet sind dagegen die Nominierungen der jüngsten Bücher von Bodo Kirchhoff, Katja Lange-Müller, Sibylle Lewitscharoff, Thomas Melle sowie des Schweizer Autors Peter Stamm. Sie gelten auch als aussichtsreiche Kandidaten für die Shortlist, die am 20. September veröffentlicht wird.

Ein etablierter Dreischritt: Longlist – Shortlist - Preisvergabe

Durch 178 Romane las sich die Jury, 98 Verlage hatten ihre Favoriten eingereicht. Die meisten der Titel sind taufrisch, erst seit August oder noch gar nicht im Buchhandel erhältlich – die Ausschreibungsbedingungen erlauben es der jährlich neu besetzten Jury, auch Bücher, die erst im Manuskript vorliegen, zu beurteilen. Bis zur Bekanntgabe der Shortlist müssen sie allerdings auf dem Markt sein. Der Sieger wird traditionell am Vorabend der Frankfurter Buchmesse bekanntgegeben – eine Zitterpartie für die sechs Nominierten, denn auch sie erfahren erst während der Verleihung im Kaisersaal des Frankfurter Römers, wer sich über das Preisgeld von 25.000 Euro freuen darf. Kleiner Trost: Die anderen fünf Finalisten bekommen jeweils 2500 Euro und oft ebenfalls eine hohe Publikumsresonanz. Im vergangenen Jahr gewann mit dem Offenbacher Autor Frank Witzel ein Außenseiter den Buchpreis für seinen Roman "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969".

Hier ist die Longlist (in alphabetischer Reihenfolge):

- Akos Doma: Der Weg der Wünsche (Rowohlt Berlin, August 2016)
- Gerhard Falkner: Apollokalypse (Berlin Verlag, September 2016)
- Ernst-Wilhelm Händler: München (S. Fischer, August 2016)
- Reinhard Kaiser-Mühlecker: Fremde Seele, dunkler Wald (S. Fischer, August 2016)
- Bodo Kirchhoff: Widerfahrnis (Frankfurter Verlagsanstalt, September 2016)
- André Kubiczek: Skizze eines Sommers (Rowohlt Berlin, Mai 2016)
- Michael Kumpfmüller: Die Erziehung des Mannes (Kiepenheuer & Witsch, Februar 2016)
- Katja Lange-Müller: Drehtür (Kiepenheuer & Witsch, August 2016)
- Dagmar Leupold: Die Witwen (Jung und Jung, September 2016)
- Sibylle Lewitscharoff: Das Pfingstwunder (Suhrkamp, September 2016)
- Thomas Melle: Die Welt im Rücken (Rowohlt Berlin, August 2016)
- Joachim Meyerhoff: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (Kiepenheuer & Witsch, November 2015)
- Hans Platzgumer: Am Rand (Paul Zsolnay, Februar 2016)
- Eva Schmidt: Ein langes Jahr (Jung und Jung, Februar 2016)
- Arnold Stadler: Rauschzeit (S. Fischer, August 2016)
- Peter Stamm: Weit über das Land (S. Fischer, Februar 2016)
- Michelle Steinbeck: Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch (Lenos, März 2016)
- Thomas von Steinaecker: Die Verteidigung des Paradieses (S. Fischer, März 2016)
- Anna Weidenholzer: Weshalb die Herren Seesterne tragen (Matthes & Seitz Berlin, August 2016)
- Philipp Winkler: Hool (Aufbau, September 2016)

Sechs Blogger begleiten den diesjährigen Findungsprozess.

"Die Buchpreisblogger"

stellen die nominierten Titel zur Diskussion, bieten Hintergrundinformationen und kritische Debattenbeiträge.

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