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Wissen & Umwelt

Start des Raumtransporter Cygnus erneut verschoben

Der Cygnus-Raumtransporter tritt im Auftrag der NASA die Nachfolge des Space-Shuttle an. Das Einweg-System soll Ausrüstung zur Internationalen Raumstation bringen. Der Start ist erneut verschoben worden.

Antares-Rakete (Foto: NASA)

Der Raumtransporter Cygnus fliegt mit einer Antares Rakete auf die ISS-Umlaufbahn

Der Start des Raumtransporters Cygnus ist in der Nacht vom 27. auf den 28.10.2014 ein drittes Mal verschoben worden. Cygnus soll über zwei Tonnen Fracht zur ISS bringen - darunter auch Lebensmittel und Forschungsausrüstung. Der Frachter soll auch spezielle Halskrausen transportieren, die den Blutfluss zwischen Gehirn und Herz in der Schwerelosigkeit messen. Ziel ist es, die Astronauten im Weltraum vor Kopfschmerzen besser schützen zu können und mögliche Ursachen für Alzheimer besser zu verstehen.

Eine mögliche Zukunftslösung für Weltraumnahrung bei Langzeitmissionen wird sich ebenfalls an Bord des Raumtransporters befinden - und zwar in Form von Erbsen-Sprossen. Sie sind reich an Vitaminen und Mineralien. Im Weltall sollen sie unter roten und blauen LED-Lichtern wachsen.

Der Transporter, der sich jetzt auf den Weg zur ISS machen wird, ist bereits der vierte in einer Serie von Flügen, die das Unternehmen Orbital Sciences Corporation (OSC) für die NASA durchführt. Neben OSC betreibt auch die Privatfirma Space-X Flüge für die US-Weltraumbehörde.

Cygnus aus Sicht der ISS (Foto: NASA)

In der Nähe der ISS greift sich der der riesige Roboterarm den Raumtransporter

Rakete mit ukrainischem Design

Auch die Trägerrakete, eine Antares, stammt von OSC. Die Rakete basiert auf einem Design des ukrainischen Raketen-Ingenierbüros KB-Juschnoje in Dnipropetrowsk, das einst sowjetische Interkontinentalraketen entwickelt hatte.

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Das Frachtmodul – ein Raum, der unter Druck steht - kommt von der französischen Thales Alenia Space und basiert auf einem italienischen Design, das sich schon bei Space-Shuttle-Flügen bewährt hatte. Hinzu kommt ein Service-Modul, das dazu dient, die Transportkapsel zu steuern und zu kontrollieren.

Vom Möbelwagen zum Mülltransporter

Der Raumtransporter wird etwa fünf Wochen an der ISS bleiben. In dieser Zeit wird er mit Abfällen von der Station befüllt und danach wieder Richtung Erde geschickt, wo er dann beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht.

Seit dem Ende der Space-Shuttle-Flüge reisen alle Astronauten und Kosmonauten an Bord von russischen Sojus-Raumschiffen zur ISS. Als Frachttransporter dienten seitdem der russische Progress-Transporter, das

Automatische Transfer-Vehikel

(ATV) der europäischen Raumfahrtagentur ESA, das japanische H-2-Transfer-Vehikel (HTV) und der Frachter Dragon, des privaten US-Unternehmens Space-X.

Theoretisch könnte auch das Cygnus-System so aufgerüstet werden, dass damit bemannte Raumflüge möglich werden. Dies ist aber vorerst nicht geplant. Anstelle dessen hat sich die US-Regierung für ein Konkurrenz-System entschieden: Ab 2017 sollen die Firmen Space-X und Boeing bemannte Flüge zur ISS für die NASA durchführen.