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Bundesliga

Starkes Debüt von Bibiana Steinhaus

Das Spiel endet remis, eine Siegerin gibt es trotzdem: Bibiana Steinhaus. Die Schiedsrichterin leitet in der Partie Hertha gegen Bremen als erste Frau ein Bundesliga-Spiel der Männer - und macht einen sehr guten Job.

Die Erleichterung war ihr nach dem Schlusspfiff in Berlin anzumerken. Genauso die Freude, die ihr der Job offensichtlich bereitet: Bibiana Steinhaus lieferte bei ihrem historischen Debüt als erste Schiedsrichterin in der Fußball-Bundesliga eine gewohnt unaufgeregte und fehlerfreie Leistung ab. Beim 1:1 (1:0) zwischen Hertha BSC und Werder Bremen stand sie als einzige Frau unter den 24 Männern auf dem Rasen im Mittelpunkt.

"Ich freue mich, wenn ab Montag die Normalität wieder Einzug hält", sagte Steinhaus, als sie in den Katakomben des Berliner Olympiastadions vor den Augen des DFB-Präsidenten Reinhard Grindel ein positives Fazit zog: "Für uns ist es entscheidend, nach 90 Minuten nicht im Fokus zu stehen. Das ist uns geglückt, damit sind wir sehr zufrieden."

"Richtige Entscheidung in allen wichtigen Szenen"

Im Mai war Steinhaus nach zehn Jahren in der 2. Liga in die Riege der 24 Bundesliga-Schiedsrichter aufgestiegen - nun zeigte sie, dass sie dort auch angekommen ist. Steinhaus interpretierte ihre Rolle auf dem Rasen gewohnt unauffällig und professionell. "Sie stand unter einem unglaublichen Druck, und dann in allen wichtigen Szenen die richtige Entscheidung zu treffen, das ist eine souveräne Leistung", sagte Grindel, der von einem "gewissen historischen Moment" sprach.

Bundesliga Berlin vs Bremen Bibiana Steinhaus (picture-alliance/dpa/S. Stache)

Einzige Frau unter 24 Männern: ganz normal für Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus

Die Trainer beider Teams lobten Steinhaus. "Großer Respekt, sie hat viel laufen lassen, obwohl es ein körperbetontes Spiel war. Ich war sehr zufrieden", sagte Hertha-Coach Pal Dardai. Werders Alexander Nouri sagte: "Ich habe schon im Vorfeld gesagt, dass das Geschlecht egal ist. Bibiana Steinhaus hat das ordentlich gemacht."

"Großer Respekt"

Vor dem 1:0 der Gastgeber ließ Steinhaus etwa nach einem Foul an Herthas Vladimir Darida richtigerweise den Vorteil laufen, den Mathew Leckie (38.) zur Führung nutzte. "Das spricht für Erfahrung", sagte Dardai. Ansonsten erlebte die 38-Jährige den Alltag eines Bundesliga-Referees: Gemecker der Spieler und Unmutsbekundungen der Fans bei strittigen Situationen. Nichts Besonderes also.

In der Schlussphase wurde es aber doch noch hitzig. Dass sie nach einem vermeintlichen Foul an Herthas Valentin Stocker (76.) im Strafraum nicht auf Elfmeter entschied, quittierte das Heimpublikum mit gellenden Pfiffen, der Videoassistent gab ihr jedoch schließlich Recht. Als kurz darauf Werders Robert Bauer Berlins Torjäger Vedad Ibisevic (77.) im Sechzehner mit einer riskanten Grätsche vom Ball trennte, lag Steinhaus richtig damit, nicht auf Strafstoß zu entscheiden.

"Großer Respekt", sagte Berlins Stürmer Vedad Ibisevic. "Ich hätte nichts dagegen, wenn es in der Liga mehr Frauen als Schiedsrichter gäbe."

sw/ck (sid, dpa)