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Wirtschaft

Starker Auftritt der Deutschen in Detroit

Mercedes, Audi, BMW und Volkswagen geben sich optimistisch auf der internationalen Automesse in Detroit. Auch Porsche ist wieder da. Deutsche Autobauer konnten 2010 in den USA ein Absatzplus von elf Prozent erzielen.

Die US-Version des VW-Passats (Foto: VW)

Der neue VW-Passat - eigens für den US-Markt entwickelt

Das silberne Geschoss mit den Flügeltüren und dem orangenen Rennstreifen ist eine Weltpremiere - ein Porsche-Rennwagen, der nicht nur einen 8 Zylindermotor besitzt, sondern zusätzlich zwei Elektromotoren. Zusammen bringen sie 767 PS auf die Straße. Porsche-Chef Matthias Müller erklärte bei der Vorstellung des Porsche 918 RSR: "Auf Knopfdruck kann der Fahrer die gespeicherte Energie abrufen und während der Beschleunigung oder des Überholvorgangs einsetzen."

Porsche 918 RSR auf der Autoshow in Detroit (Foto: Landov)

Auf der Autoshow in Detroit präsentiert Porsche seinen neuen 918 RSR

Für Porsche war 2010 weltweit ein erfolgreiches Jahr. 50 Prozent mehr Aufträge, über 95.000 ausgelieferte Autos kann der Sportwagenbauer vermelden. Nordamerika hat an diesem Erfolg einen großen Anteil: 25.000 Autos wurden hier verkauft.

Weiteres Wachstum für 2011 erwartet

Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (Foto: dpa)

Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie

Doch nicht nur für Porsche ist Nordamerika ein wichtiger Markt. Die Deutschen wollen den Erfolg vom letzten Jahr wiederholen und erwarten eine Absatzsteigerung von elf Prozent für 2011. Dabei soll vor allem das gute Image helfen. Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, weist darauf hin, dass nahezu jedes zweite Auto der Luxuskategorie hier einen deutschen Namen trägt: "Fast jeder automobilinteressierte Amerikaner wünscht sich eigentlich einen Porsche, einen Audi, einen BMW oder einen Mercedes. Ein solch hohes Markenansehen hat kein anderes Automobilland."

Volkswagen fehlt bisher noch in der Aufzählung. In den 70er und 80er Jahren war das einmal anders - und an diese erfolgreichen Zeiten will VW anknüpfen. Deswegen ist man ebenfalls mit einer Premiere in Detroit: mit einem eigens für die USA entwickelten Passat. Gebaut werden soll der Mittelklassewagen, der nur 20.000 Dollar kosten soll, in Chattanooga. Über 2000 Arbeitsplätze werden im Werk geschaffen, das ist bei den Amerikanern gern gesehen.

Vor Ort produzieren und Arbeitsplätze schaffen

BMW eröffnet Werkserweiterung in Spartanburg USA (Foto: BMW AG)

BMW produziert in Spartanburg

Auch BMW und Mercedes produzieren verstärkt in den USA. Matthias Wissmann: "Vor allem im Volumenmarkt ist es schon sehr wichtig, als ein Hersteller angesehen zu werden, der eine starke amerikanische Wurzel hat. Und wir haben ja mit unseren Herstellern über 25.000 Beschäftigte in den USA." Hinzu kommen außerdem 50.000 Arbeitsplätze bei deutschen Zulieferern in Amerika.

Und VW hat bei den Amerikanern einiges gut zu machen, denn das Image ist nicht das beste, sagt Rebecca Lindland von der Beratungsfirma IHS Global Insight. Die Autoexpertin erklärt, dass Umfragen hierzulande sehr subjektiv sind: "Und der Verbraucher hat sehr hohe Ansprüche und wenig Geduld, besonders für Probleme mit der Elektronik." Elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, Beleuchtung, auf diese Dinge werde hier sehr geachtet und sie seien oft ein Grund für Reklamationen, sagt Lindland weiter.

Doch Volkswagen ist optimistisch, sein Image zu verbessern. Bis 2018 sollen sich 800.000 Amerikaner jährlich für einen Volkswagen entscheiden. Die derzeitige Schwäche von Toyota kommt da sehr gelegen. Die Japaner haben wegen der vielen Rückrufaktionen und technischer Probleme als einzige Autobauer in den USA 2010 einen Umsatzrückgang zu verzeichnen. VW-Konzernchef Martin Winterkorn will sich aber nicht auf die Probleme der Konkurrenz verlassen, sondern setzt auf das besondere Verhältnis der Amerikaner zum Auto: "Die Amerikaner lieben das German Engineering, Präzision, gute Fahrbarkeit, guten Abrollkomfort und wenig Verbrauch." Deshalb ist er überzeugt davon, dass die Amerikaner noch mehr Volkswagen kaufen werden.

USA - noch der wichtigste Auslandsmarkt für Daimler

Daimler-Chef Dieter Zetsche mit dem E-Cell in Detroit (Foto: AP)

Daimler-Chef Dieter Zetsche mit dem E-Cell in Detroit

Mercedes Benz hatte auch in der Vergangenheit keine Probleme mit dem Absatz in den USA. 18 Prozent hat er zugelegt, insgesamt wurden 225.000 Autos verkauft. Man präsentiert sich hip - und im silbern glitzernden Minikleid präsentiert Colbie Caillat ihren Hit bubbly face. Doch wie lange der Boom anhält, und vor allem, wann der Markt in China den amerikanischen überholt, will niemand voraussagen, auch nicht Mercedes-Chef Dieter Zetsche: "Zum jetzigen Zeitpunkt verkaufen wir in den USA mehr Fahrzeuge als in einem anderen Land, aber weniger als in Deutschland." Er glaubt, dass der chinesische Markt schneller wachsen wird als der amerikanische, doch aus heutiger Sicht bilden die USA den zweitwichtigsten Markt für Daimler.

Der neue Audi A6 Hybrid (Foto: AP)

Der neue Audi A6 Hybrid

Ein Markt, der sehr spezielle Ansprüche stellt, und in dem, allem Umweltbewusstsein zum Trotz, Elektroautos und Hybridantrieb nur einen kleinen Teil ausmachen. Dennoch stellte Audi seinen brandneuen A6 auch in der Hybridversion vor. Audi-Chef Rupert Stadler erklärt: "Die Amerikaner lieben nach wie vor große Autos, aber große Autos dürfen auch effizient sein, das haben wir mit dem Q7 beweisen. Und hier in den USA bieten wir den Diesel auch an, mit einer Einbaurate von über 30 Prozent. Das heißt, Diesel kommt in den USA ganz gut an."

Egal ob Diesel oder Elektroauto, die Deutschen zeigen sich für den amerikanischen Markt gut gerüstet.

Autorin: Christina Bergmann
Redaktion: Zhang Danhong

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