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Ostmitteleuropa

Starker Anstieg der Wirtschaftskriminalität in Polen

- Allein aufgrund von Steuerhinterziehung verlor die Staatskasse 1,5 Milliarden Zloty

Krakau, 17.1.2002 DZIENNIK POLSKI, poln.

Die Zahl der Wirtschaftsverbrechen in Polen wird immer größer. Zu den am häufigsten begangenen Delikten, die von der Polizei aufgedeckt wurden, gehören Fälschungen, Kreditbetrug und Verletzungen des Urheberrechtes. Im Jahre 2001 wurden insgesamt etwa 80 000 Wirtschaftsverbrechen aufgedeckt. Die dadurch entstandenen Verluste werden auf über 2,7 Milliarden Zloty geschätzt. (...)

Aus den Statistiken der Polizei geht hervor, dass die Zahl der Wirtschaftsverbrechen von Jahr zu Jahr zunimmt. Unter den im letzten Jahr aufgedeckten fast 80 000 Delikten gab es u.a. 1 800 Versuche, Schmiergelder zu bezahlen, 21 Fälle von Geldwäsche, 9 500 Verletzungen des Urheberrechtes, d.h. illegales Kopieren von Computerprogrammen und Musik-CD's und 21 Fälle der Wucherei.

"Die Zahl der Wirtschaftsverbrechen steigt so schnell an, weil es neue Gesetze gibt, die die neu entstandenen Wirtschaftszweige erschließen. So z.B. konnte man noch vor kurzem keine Ermittlungen aufnehmen wegen Delikten, die im Internet begangen wurden, da es an entsprechenden Gesetzten fehlte", sagt Pawel Biedziak, Pressesprecher des Hauptkommandanten der Polizei.

Zu neuen Erscheinungen bei der Wirtschaftskriminalität kann man außer den Delikten im Internet auch Versuche zählen, Geld für nicht gekaufte Medikamente zu erschwindeln. Im letzten Jahr wurden von der Polizei 503 solche Fälle aufgedeckt.

Auch die Zahl der Fälschungen steigt rapide an. Die Verbrecher handeln mit gefälschten Markenartikeln oder benutzen gefälschte Kreditkaten und Dokumente. Nach Ansicht der Polizei gibt es immer mehr gefälschte Personalausweise, die dann von den Verbrechern dazu benutzt werden, Kredite zu erschwindeln. (...)

Die Polizei kann leider weiterhin das illegale Kopieren von Computerprogrammen und Musik-CD's nicht erfolgreich bekämpfen. Die Aufdeckung von fast 10 000 solcher Delikte kann dieses Problem mit Sicherheit nicht lösen, da Raubkopien praktisch auf jedem Markt zum Kauf angeboten werden.

"Die Wirtschaftsverbrechen werden normalerweise mit großen Affären in Zusammenhang gebracht. Aber wir haben meistens mit der Kleinkriminalität zu tun (...), sagt ein Polizist, der in der Abteilung für Wirtschaftsverbrechen arbeitet. (...)

Aus den Statistiken geht jedoch hervor, dass sich die Verluste der Staatskasse allein aufgrund der Steuerhinterziehung um 1,407 Milliarden Zloty verringerten. (Sta)

  • Datum 18.01.2002
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1j15
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