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Kultur

Stardirigent mit 24 Jahren

Er gilt als größtes Nachwuchstalent in der Dirigentenszene. Die Orchester von Chicago, London, Tokio - Mikko Franck hat sie alle schon dirigiert. Seit eineinhalb Jahren leitet der Finne das Belgische Nationalorchester.

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Neuer Stern am Dirigentenhimmel: Mikko Franck


Er tritt auf wie ein alter Meister. Wie selbstverständlich gibt er den Einsatz, und wie selbstverständlich folgt ihm das Orchester. Tatsächlich ist Mikko Franck ein alter Hase, wenn er vor einem Orchester steht.

Früh übt sich

Mit fünf Jahren hat der kleine Finne angefangen Geige zu spielen. Und schon damals wusste er, was er als Großer einmal werden wollte: Dirigent. Mit 15 stand er das erste Mal vor einem Orchester.

Er besuchte die berühmte Sibelius Akademie in Helsinki, studierte außerdem in Schweden, Amerika und Israel. Heute kommen die Musiker zum ihm, um Vorzuspielen und vielleicht ein Engagement für eines seiner Konzerte zu erhalten.

Das Wort "Karriere" mag Mikko Franck nicht. Er habe seinen Aufstieg nicht geplant oder organisiert. "Ich mache nur Musik", gibt er sich bescheiden. "Ich mache meine Arbeit so gut ich kann, und das ist alles."

Arbeitsdisziplin und Spaß

Mikko Franck versucht, bei seinen Orchestern eine Atmosphäre zu schaffen, in der jeder nur sein Bestes gibt. Von den Musikern verlangt er, was auch für ihn selbstverständlich ist: flexibel zu sein, auf verschiedene Situationen immer wieder neu zu reagieren. "Wenn wir etwas immer nur auf dieselbe Art und Weise machen, schaffen wir ein Museum statt lebendiger Kunst."

Bei seinen Interpretationen hat Franck eine Geschichte im Kopf, die auf seinem Leben beruht und die er in dem Stück ausdrücken möchte. Aber den Zuhörern würde er die nie erzählen. "Die haben ihre eigenen Erfahrungen und ihr eigenes Leben. Ich möchte dem Publikum nur etwas Zeit und Raum zur Verfügung stellen, damit es etwas fühlen kann - was auch immer das sein mag.“

Alleine, aber nicht einsam

Dirigent zu sein ist ein einsamer Beruf, sagt Mikko Franck. Immer unterwegs, fast jede Woche in einem anderen Land. In Brüssel ist der Musikdirektor und Chefdirigent des Nationalorchesters nur gut drei Monate im Jahr. Aber Franck hat sich an das Reisen gewöhnt, ist glücklich, dass er mit den besten Orchestern der Welt und phantastischen Solisten zusammenarbeiten kann.

Sein Lieblingshobby ist Schlafen, doch wenn Mikko Franck wach ist, geht er mit offenen Augen durch die Welt. Inspiration findet er fast überall. “Das kann sein, wenn du durch die Straßen läufst - du siehst irgend eine Person, und das kann dich so inspirieren! Das Leben ist eine Inspiration!"

Frischer Wind in Brüssel

Diese innere Einstellung überträgt sich auch auf die, die mit dem Star zusammen arbeiten. Die Mitglieder des Orchestre National de Belgique sind begeistert von ihm, niemand stört sich an seinem jungen Alter. Im Gegenteil: Er sei sehr talentiert und habe neuen Schwung in das Orchester gebracht. Manche sehen ihn gar als Nachfolger von Stars wie Herbert von Karajan.

Jedes Konzert hat für Franck etwas Einzigartiges, Unwiederbringliches. Sehr gerne bringt er finnische Komponisten zur Aufführung. Doch einem Idol folgt Mikko Franck nicht. Das wichtigste für ihn: seinen eigenen Weg zu finden.

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