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Kultur

Stardirigent Lorin Maazel gestorben

Er galt als Wunderkind. Nach seinem Debüt 1955 in Wien machte Dirigent Maazel international Karriere. Als Chef der Münchner Philharmoniker war er im Juni zurückgetreten. Er starb mit 84 Jahren.

Lorin Maazel wurde am 6. März 1930 als Sohn US-amerikanischer Eltern im Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine geboren. Zwei Jahre später kehrte er mit seinen Eltern in die USA zurück und wuchs in Los Angeles und Pittsburgh auf. Er war ein musikalisches Ausnahmetalent mit Dreifachbegabung als Violinist, Dirigent und Komponist. Schon als Neunjähriger stand er erstmals am Pult eines Studentenorchesters. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Maazel mit einem Philosophie-, Mathematik- und Sprachenstudium in Pittsburgh, das er 1950 abschloss. Daneben setzte er seine musikalische Ausbildung fort und kam über ein Fulbright-Stipendium wieder nach Europa, wo er bald häufig dirigierte. 1955 stand er erstmals am Pult der Wiener Symphoniker.

Mit 30 Jahren debütierte Lorin Maazel 1960 als erster Amerikaner und jüngster Dirigent in Bayreuth, zwei Jahre später gab er seine erste Vorstellung an der New Yorker Metropolitan Oper. Seine steile Karriere führte ihn danach als Generalmusikdirektor an die Deutsche Oper Berlin (1965 bis 1971), als Chefdirigent des New Philharmonia Orchestra nach London (1970 bis 1972) und dann als Chef des Cleveland Orchestra (1972 bis 1982) in die USA.



Weitere Stationen Maazels waren der Posten eines Musikdirektors beim Orchestre National de France (1988 bis 1990), des Chefdirigenten des Pittsburgh Symphony Orchestra (1988 bis 1996) und des Chefdirigenten des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks (1993 bis 2002). 2002 übernahm er die Leitung der New Yorker Philharmoniker.

Mit den Wiener Philharmonikern, die Maazel 2002 zu ihrem Ehrenmitglied machten, verband den Dirigenten eine fast ein halbes Jahrhundert währende Zusammenarbeit. Der berühmte Dirigent hat auch selbst eine Oper geschrieben: 2005 kam sie unter dem Titel "1984" - nach dem Roman von George Orwell - in London zur Uraufführung.



Lorin Maazel starb am 13. Juli in seinem Haus in Virginia/USA, wie das Castleton Festival auf seiner Homepage bekanntgab. Anfang Juni war er bereits aus gesundheitlichen Gründen als Chef der Münchner Philharmoniker zurückgetreten.

hm/mak (dpa/der standard.de)