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Generalstreik in Venezuela

Stardirigent Dudamel ruft Venezolaner zu Besonnenheit auf

Unmittelbar vor einem von der Opposition angekündigten Generalstreik hat der weltberühmte Dirigent Gustavo Dudamel von seinen Landsleuten ein Ende des Blutvergießens gefordert. Doch die Stimmung ist aufgeheizt.

In einem Beitrag für die spanische Zeitung "El Pais" warnte Gustavo Dudamel den sozialistischen Staatspräsidenten Nicolàs Maduro vor der Errichtung einer Diktatur. Der Stardirigent verlangte, die für den 30. Juli geplante Wahl von 545 Mitgliedern einer verfassunggebenden Versammlung abzusagen. "Ich spüre die Notwendigkeit und die Pflicht, mich dagegen auszusprechen", schrieb Dudamel in dem Beitrag.

Der 36-jährige Musiker mit dem charakteristischen Wuschelkopf gilt als einer der bekanntesten Venezolaner und sein Wort hat in seinem Heimatland Gewicht. Wie er befürchtet auch die Opposition in Venezuela, dass Maduro das zu wählende Gremium nahezu ausschließlich mit seinen Anhängern besetzen könnte, um die Verfassung ändern zu können und sich "diktatorische Vollmachten" zu sichern.

Aus Protest gegen die Regierung will die Opposition das lateinamerikanische Land mit einem 24-stündigen Generalstreik lahmlegen. Das Land solle sich friedlich an dem Streik beteiligen als Vorbereitung auf "die definitive Eskalation in der nächsten Woche", sagte der zur Opposition gehörende Vizepräsident des Parlaments, Freddy Guevara.

Symbolisches Referendum gegen Maduro

Am vergangenen Sonntag hatten die konservativen und rechten Regierungsgegner ein symbolisches Referendum gegen die verfassunggebende Versammlung varanstaltet. Ihren Angaben zufolge beteiligten sich knapp 7,2 Millionen der rund 19 Millionen Wahlberechtigten. 95 Prozent stimmten demnach gegen die von Maduro einberufene Versammlung und für die Beibehaltung der Verfassung, die unter dem 2013 gestorbenen und ebenfalls sozialistischen Präsidenten Hugo Chávez verabschiedet worden war.

Das Oppositionsbündnis MUD, ein Sammelbecken konservativer, liberaler und sozialdemokratischer Parteien, hatte sich ein solch klares Signal des "zivilen Ungehorsams" gewünscht.

Seit April gibt es in Venezuela fast täglich Massenproteste, in deren Verlauf fast 100 Menschen starben. Tausende wurden verletzt, Hunderte festgenommen.

mak/qu (dpa, afp)