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Musik

Star-Geiger Daniel Hope wird Künstlerischer Leiter an Dresdner Frauenkirche

Spektakulärer Glücksfall für Dresden: Ab 2019 wird Daniel Hope für das Programm der Frauenkirche verantwortlich sein. Der Violinist bezeichnet die Aufgabe als "große Ehre." Und er hat er hat bereits konkrete Pläne.

Für fünf Jahre werde er als Künstlerischer Leiter arbeiten, sagte Hope am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd) und MDR Kultur. Die Stiftung Frauenkirche bestätigte die Personalentscheidung in einer Mitteilung. Der in Südafrika aufgewachsene Violinist mit deutsch-jüdischen und irischen Wurzeln übernimmt damit als erster Musiker die neu geschaffene Position an der Frauenkirche.

Es sei ihm "eine große Ehre," sagte Hope. "Die Musikgeschichte wurde so intensiv von Dresden und Sachsen geprägt, und ich finde es besonders spannend, auf ein solches Fundament weiter aufbauen zu dürfen." Die Frauenkirche sei einmalig - sowohl als Gotteshaus als auch als Symbol für Frieden, Versöhnung und Toleranz. "Das sind ebenfalls die Werte, an denen ich festhalte." Hope erinnerte daran, dass sein Mentor Yehudi Menuhin und weitere Teile seiner Familie Benefizkonzerte für deren Aufbau gegeben hätten. "Damit schließt sich ein Kreis." 

Porträt von Daniel Hope, Violinist (Imago/Sven Simon)

Freut sich auf seine neue Aufgabe: Daniel Hope

Daniel Hope will Nachwuchskünstler und Stars nach Dresden holen

Er plane 20 bis 25 Konzerte jährlich, kündigte Hope an. Für seine neue Aufgabe wolle er sowohl mit renommierten internationalen und regionalen Ensembles als auch mit Nachwuchstalenten arbeiten und so die klassische Musik für neue Besucherschichten öffnen. Geplant seien nicht nur Konzerte unter der Hauptkuppel der traditionsreichen Barockkirche. Auch die Unterkirche solle verstärkt bespielt werden, kündigte der Musiker an. Neben Hope sind zudem weiterhin Matthias Grünert, Kantor der Frauenkirche, sowie der Dirigent und Trompeter Ludwig Güttler für die Koordination des Konzertprogramms der Frauenkirche zuständig.

Ludwig Güttler nannte es einen "Glücksfall der besonderen Art," dass die Stiftung Frauenkirche Hope für die künstlerische Leitung gewinnen konnte. Die kaufmännische Leiterin der Stiftung, Christine Kageneck, würdigte Hope als herausragenden Künstler, "dessen Vita in fast verblüffender Weise mit der Botschaft der Frauenkirche korrespondiert."

Hope, der als Brückenbauer zwischen künstlerischen Welten, Generationen und Religionen gilt, will an der Frauenkirche auch das Thema Frieden und Versöhnung mitgestalten. Er zeigte sich besorgt "über jeden Ruck nach rechts." Man müsse versuchen, Menschen zuzuhören, betonte Hope. "Die Musik bietet diese Chance, so dass man zumindest auf einen Dialog hoffen kann."

Daniel Hope spielt mit geschlossenen Augen Geige (Imago/Sven Simon)

Daniel Hope bei der Arbeit

Multikulturelle Wurzeln

Seit 2016 lebt Daniel Hope in Berlin und hat die deutsche Staatsbürgerschaft. Am vergangenen Dienstag (10. Oktober) wurde er für seine Verdienste in der musikalischen Gestaltung von Erinnerungskultur mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Geboren wurde Daniel Hope 1973 in Südafrika; seine jüdischen Vorfahren kamen aus Berlin. Hopes Vater, der regimekritische Schriftsteller Christopher Hope, verließ das Land, während die Großeltern in Südafrika blieben. Die Familie ging zunächst nach Paris und fand dann in London ein neues Zuhause. Daniel Hopes Mutter war dort Privatsekretärin des großen Geigers Yehudi Menuhin, der sein Förderer wurde. Bereits als Elfjähriger wurde Hope am Royal College of Music aufgenommen und studierte anschließend an der Royal Academy of Music in London. Seit rund 25 Jahren ist der Musiker als Solist auf internationalen Bühnen zu sehen. 

ka/so (epd/dpa/mdr)

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