Star-Architekt Richard Meier wird sexuelle Belästigung vorgeworfen | Kunst | DW | 14.03.2018
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Kunst

Star-Architekt Richard Meier wird sexuelle Belästigung vorgeworfen

Pritzker-Preisträger Richard Meier hat das Getty Center in Los Angeles und zahlreiche Bauwerke in Deutschland entworfen. Ihm werfen jetzt fünf Frauen sexuelle Belästigung vor. Der US-Architekt bittet um Entschuldigung.

In der "New York Times" berichten die Frauen, der heute 83-Jährige habe sie bei den Vorfällen, die teils Jahrzehnte zurückliegen, begrapscht, sich vor ihnen ausgezogen oder sie ins Bett gezerrt. Vier von ihnen haben zur Zeit der Vorfälle für Meier gearbeitet. Im Jahr 2009 etwa habe Meier eine damals 24-jährige Assistentin in ihrer ersten Arbeitswoche in seine Wohnung eingeladen und sie dort sexuell belästigt.

Meier kündigte auf den Bericht hin eine sechsmonatige Auszeit von der Arbeit bei seinem Architekturstudio mit Sitz in New Jersey an. "Ich bin zutiefst beunruhigt und beschämt über die Berichte mehrerer Frauen, die durch meine Worte und Taten beleidigt wurden. Auch wenn unsere Erinnerungen sich unterscheiden mögen, entschuldige ich mich aufrichtig bei jedem, der von meinem Verhalten gekränkt wurde."

Architekt Richard Meier Museum Frieder Burda (Museum Frieder Burda)

Das Museum Frieder Burda in Baden-Baden

Zahlreiche Meier-Bauwerke in Deutschland

Neben dem Getty Center in Los Angeles ist Meier für das Kunstmuseum MACBA in Barcelona, das Rathaus in Den Haag und das als Atheneum bekannte Informationszentrum im US-Staat Indiana bekannt. Auch in Deutschland war der in New Jersey geborene Architekt sehr aktiv: Unter anderem baute er in Frankfurt am Main das Museum für Angewandte Kunst, auch das Museum Frieder Burda in Baden-Baden und das Arp Museum in Rolandseck bei Bonn hat er entworfen. Ende der 1960er Jahre gehörte er zur Gruppe der "New York Five", die in der Tradition von Le Corbusier den funktionalen Stil der europäischen Moderne der 1920er und 1930er Jahre weiterentwickelten.

Meier wurde vielfach ausgezeichnet; 1984 erhielt er den renommierten Pritzker-Preis, seit 1995 ist er Mitglied der American Academy of Arts and Sciences.

ka/sam (dpa/New York Times)

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