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Kultur

Stanley Kubrick-Retrospektive in Berlin

Mit Meisterwerken des Kinos wie "Uhrwerk Orange", "2001: Odyssee im Weltraum" oder "Shining" schrieb der Regisseur Filmgeschichte. Jetzt wird Stanley Kubricks Arbeit in Berlin in einer großen Werkschau gewürdigt.

Zwölf Spielfilme des US-amerikanischen Filmemachers, darunter mehrere restaurierte und digitalisierte Fassungen, sowie sein Debüt-Kurzfilm "Day of the Fight" und die Dokumentation "Stanley Kubrick - A life in picture" sind vom 16. bis 27. Januar im Berliner Kino Babylon zu sehen. Am Freitag (16.1.), dem Eröffnungsabend der Retrospektive "Clockwerk Kubrick", wird Jan Harlan, Kubricks Schwager und ausführender Produzent,als Ehrengast anwesend sein und anhand von Filmausschnitten über seine Arbeit mit dem Meisterregisseur erzählen.

Kompromisslose Kunst

Jan Harlan

Jan Harlan plaudert bei der Werkschau aus dem Nähkästchen

Nur mit Harlans Hilfe konnte die Retrospektive im Babylon realisiert werden. "Jede Generation hat große Künstler - und Kubrick gehörte dazu", sagte der 77-Jährige Harlan, der in Deutschland geboren wurde und später in die USA und nach England auswanderte. 30 Jahre lang arbeitete er mit Stanley Kubrick zusammen und war unter anderem am Weltraum-Epos "2001" beteiligt.

Kubrick, der 1999 im Alter von 70 Jahren starb, scherte sich bei seinen Filmen nicht um gesellschaftliche Koventionen. Immer wieder thematisierte er Sex, Gewalt, Krieg, menschliche Eitelkeit und Dummheit. Er wurde insgesamt mit neun Oscars ausgezeichnet, erntete wegen seiner Kompromisslosigkeit aber auch viel Kritik.

"Stanley Kubrick gehört zum Film, wie die Beatles zum Pop", sagte Timothy Grossman, Geschäftsführer des Babylon Kinos, im Vorfeld der Retrospektive. "In 'Dr. Strangelove' kreuzt er ein Horrorgemälde vom Ende der Welt mit einer Komödie, wobei dem Zuschauer beim Lachen das Blut in den Adern gefriert. Chaplin meets Hieronymus Bosch – absolut aktuell."

suc/so (dpa, www.babylonberlin.de )