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Kultur

Stalins Enkelin und Literaturexpertin Dschugaschwili tot

Die Enkelin des sowjetischen Diktators Stalin, Galina Dschugaschwili, ist im Alter von 69 Jahren in einem Moskauer Krankenhaus an Krebs gestorben. Ein Sprecher des Militärkrankenhauses Burdenko teilte am Dienstag mit, die Tochter von Stalins ältestem Sohn Jakow Dschugaschwili sei am Montag nach einem langen Kampf mit der Krankheit gestorben. Galina war der letzte bekannte Nachkomme des berüchtigten Staatschefs. Ihr Vater Jakow wurde der amtlichen Geschichtsschreibung zufolge 1941 von der Wehrmacht gefangen genommen und starb in der Gefangenschaft, weil sein Vater sich weigerte, ihn gegen Generalfeldmarschall Friedrich Paulus auszutauschen.

Diese Version der Geschichte wird allerdings von einigen russischen Historikern bestritten. Sie versichern, die Gefangennahme ihres Vaters, Stalins Sohn aus erster Ehe, sei von den Nazis erfunden worden, um Stalin als herzlosen und grausamen Kriegstreiber hinzustellen. In einem im Juni in der Zeitung "Komsomolskaja Prawda" veröffentlichten Interview bezeichnete auch Galina die Berichte über den Tod ihres Vaters in einem deutschen Gefangenenlager als "grobe Fälschung".

Die Stalin-Enkelin hat nach einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA den größten Teil ihres Lebens in Moskau verbracht, wo sie an der staatlichen Universität zum Doktor der Philologie promovierte. Sie habe fließend Französisch gesprochen und lange Jahre am Moskauer Institut für Weltliteratur gearbeitet, berichtete RIA. - Der sowjetische Diktator, der selbst 1953 das Zeitliche segnete, hatte mit seiner zweiten Frau Nadeschda zwei weitere Kinder, Sohn Wassili und Tochter Swetlana. Nadeschda nahm sich 1932 das Leben. In der georgischen Hauptstadt Tiflis lebt ein Mann namens Jewgeni Dschugaschwili, der versichert, er sei ebenfalls ein Enkel Stalins und ein Bruder Galinas.