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Deutschland

Stahlriese mit schwacher Bilanz

Deutschlands größter Stahlhersteller ThyssenKrupp ist im dritten Quartal des Geschäftsjahres tiefer als erwartet in die roten Zahlen gerutscht. Für 2010 erwartet der Konzern eine Erholung auf dem Stahlmarkt.

Ein Stahlarbeiter im ThyssenKrupp-Werk in Bochum steht vor einem glühenden Stahlcoil (Foto:dpa)

Die Stahlindustrie leidet unter der Wirtschaftskrise

Mit einem Verlust hatte der Stahlhersteller ThyssenKrupp schon gerechnet. Doch dass er so hoch sein würde, hatte das Unternehmen nicht erwartet. Deutschlands größter Stahlhersteller ist schwer getroffen von der Wirtschaftskrise. Wie der Dax-Konzern am Freitag (14.08.2009) in Düsseldorf mitteilte, musste das Unternehmen von April bis Juni einen Nettoverlust von 630 Millionen Euro hinnehmen. Im Vorjahreszeitraum hatte ThyssenKrupp noch einen Überschuss von 613 Millionen Euro erzielt.

Geschäft durch Mengen- und Preisrückgänge belastet

Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Drittel auf 9,3 Milliarden Euro zurück. Der Auftragseingang sank um 44 Prozent. Schuld seien vor allem die erheblichen Mengen- und Preisrückgänge im Stahlgeschäft, wie das Unternehmen mitteilte. Erst gegen Ende des Berichtszeitraums seien erste Anzeichen einer Stabilisierung zu erkennen gewesen. ThyssenKrupp führte dies vor allem darauf zurück, dass die Lager der Kunden mittlerweile leer seien und aufgefüllt werden müssten.

Rezession trifft Autozulieferbereich und zivilen Schiffbau

Strikter Sparkurs: Stahlkonzern ThyssenKrupp reagiert auf heftigen Nachfrage-Einbruch (DW-Montage)

Strikter Sparkurs: Stahlkonzern ThyssenKrupp reagiert auf heftigen Nachfrage-Einbruch.

In der Industriegütersparte des Stahlkonzerns hat die Rezession vor allem im Autozulieferbereich, im zivilen Schiffbau und bei Komponenten für den Baumaschinenbereich tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen. Das Geschäft mit Fahrstühlen, im Anlagenbau und bei Großwälzlagern für den Energiesektor blieb hingegen relativ robust.

Pessimistische Prognose bis Ende September

Der Vorstand rechnet bis zum Ende des Geschäftsjahres am 30. September 2009 mit einem Verlust vor Steuern und Sonderposten, dazu zählen Restrukturierungs- und Projektkosten sowie Wertberichtigungen der Vorräte, in "höherer dreistelliger Millionenhöhe".

Umfassender Umbau eingeleitet

Mit einem umfassenden Umbau des Konzerns will der Vorstand künftig pro Jahr 500 Millionen Euro sparen. Insgesamt sollen die Kosten in den kommenden 15 Monaten dauerhaft um eine Milliarde Euro sinken. Betriebsbedingte Kündigungen soll es aber nicht geben. Im vergangen Dreivierteljahr hat der Stahlkonzern weltweit rund 11.000 Stellen abgebaut. In Deutschland sind es rund 4.000 weniger Beschäftigte als Ende September 2008.

Leichte Erholung des Stahlmarktes erwartet

2010 wird eine Erholung des Stahlmarktes erwartet (Foto: dpa)

2010 wird eine Erholung des Stahlmarktes erwartet

ThyssenKrupp rechnet mit einer Erholung des Stahlmarktes im nächsten Jahr. In seinem Neun-Monats-Bericht steht: "Auf dem Weltstahlmarkt zeichnet sich zur Jahresmitte eine Stabilisierung auf sehr niedrigem Niveau ab". Der Stahlverbrauch werde aber vermutlich nicht wachsen.

Auch auf den Edelstahlmärkten seien Stabilisierungstendenzen zu erkennen, da die Händler ihre auf Mindestbestände reduzierten Lager wieder auffüllten, sieht der Bericht voraus. Ob es sich dabei um eine nachhaltige Markterholung handele, sei unklar. (ssr/rri/dpa/rtr)

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