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Wirtschaft

Stahlkocher erhalten 2,3 Prozent mehr Lohn

In der westdeutschen Stahlindustrie ist der Tarifkonflikt beendet. Gewerkschaft und Arbeitgeber verständigen sich in der dritten Verhandlungsrunde auf 2,3 Prozent mehr Geld für die rund 75.000 Stahlarbeiter.

Für die Monate November und Dezember 2015 gebe es zudem eine Einmalzahlung von insgesamt 200 Euro, teilte die IG Metall nach elfstündigen Verhandlungen in Düsseldorf mit. Der Tarifvertrag läuft bis Ende Februar 2017. Die Tarifkommission der IG Metall muss dem Ergebnis noch zustimmen.

"Nach sehr schwierigen Verhandlungen konnten wir uns auf diesen akzeptablen Kompromiss verständigen", sagte der Verhandlungsführer der IG Metall, Knut Giesler. "Trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten in der Stahlbranche werden unsere Mitglieder nicht von der insgesamt guten wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt. Mit der Sicherung der Altersteilzeit gibt es auch weiterhin eine Möglichkeit für ein vorzeitiges Ausscheiden aus den Betrieben."

Kompromiss in schweren Zeiten

Die Gewerkschaft hatte eine Lohnerhöhung von fünf Prozent gefordert sowie eine Weiterführung der Vereinbarungen zur Altersteilzeit. Der Abschluss gilt unter anderem für Beschäftigte von ThyssenKrupp, Salzgitter und ArcelorMittal. Zuletzt hatten sich die Tarifparteien auf eine Lohnerhöhung von insgesamt vier Prozent in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 17 Monaten geeinigt. Dieser Tarifvertrag war Ende Oktober ausgelaufen.

Die deutsche Stahlindustrie hat schwere Zeiten vor sich. Bis zum Jahresende rechnen die Hersteller mit einem Produktionsrückgang um fünf Prozent, da chinesische Billigimporte auf den Markt drängen. An der Preisfront können sich deutsche Hersteller nicht gegen Billig-Importe aus China behaupten. Das Reich der Mitte ist der größte Stahlproduzent der Welt. Aufgrund der eingebrochenen Konjunktur benötigt das Land nicht mehr so viel Stahl, wie es selbst herstellt.

Nach Angaben von Branchen-Insidern beläuft sich die chinesische Überproduktion momentan auf über 200 Millionen Tonnen. Diese Menge übersteigt die gesamte Jahresproduktion aller europäischen Stahlkocher. China versucht, den riesigen Überschuss im Ausland zu verkaufen, es kommt zu Verdrängungskämpfen und Preiseinbrüchen.

Wen/zdh/kle (afpd, dpa)