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Kultur

Stadtschloss-Wettbewerb in Berlin entschieden

Die Jury hat einstimmig entschieden und alle waren begeistert. Das Berliner Stadtschloss soll nach Plänen von Francesco Stella aus Vicenza in Italien wieder errichtet werden. Damit ist ein langer Streit zu Ende.

Einst die prunkvolle Mitte Berlins: das barocke Hohenzollern-Schloss in einer historischen Aufnahme.

Einst die prunkvolle Mitte Berlins: das barocke Hohenzollern-Schloss in einer historischen Aufnahme

Kulturstaatsminister Bernd Neumann zeigte sich "hoch erfreut", der Initiator des Projekts, Wilhelm von Boddien, war "überglücklich": Die Jury aus Fachleuten und Politikern hatte sich einmütig für den Entwurf des italienischen Architekturbüros Stella ausgesprochen, nach dessen Plänen nun das einstige Hohenzollern-Schloss wieder errichtet werden soll.

Vier Jahre Bauzeit

Gebaut werden soll von 2010 bis 2013. Dann wird das Stadtschloss "Humboldt-Forum" heißen und auf 40.000 Quadratmetern Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen beherbergen. Für die Baukosten sind 552 Millionen Euro veranschlagt. Sehr viel Freiheit ist dem Architekten freilich nicht geblieben. Der Bundestag hatte sich schon 2002 für den Wiederaufbau des Schlosses mit drei barocken Fassaden und die Rekonstruktion der historischen Kuppel ausgesprochen. Lediglich die Ostfassade kann frei gestaltet werden.

Mit dem Architektenwettbewerb geht eine lange und streitige Diskussion um Geschichte und Zukunft des Schlossbaus zu Ende.

Die kriegsbeschädigte Schlossfassade kurz vor ihrer Zerstörung 1950. (AP PHOTO/File)

Die kriegsbeschädigte Schlossfassade kurz vor ihrer Zerstörung 1950

Ullbrichts verhasste "Junker-Trutzburg"

Das um 1700 von Andreas Schlüter erbaute Stadtschloss war über Jahrhunderte die Residenz der preußischen Könige. Dieses historische Original, das zu den bedeutendsten so genannten Profanbauten Berlins gehörte, war 1950 von der damaligen Führung der DDR als Zeugnis "feudalistisch-kapitalistischer Herrschaft" und "Junker-Trutzburg" gesprengt worden.

25 Jahre später erbarmte sich das Politbüro der Leere auf dem ehemaligen Schlossplatz und schenkte dem Volk den "Palast der Republik" mit Holzpaneelengemütlichkeit, vielen Glühlampen und noch mehr Asbest.

Ende einer Debatte

Als wäre nichts gewesen: Computervision des wieder aufgebauten Schlosses, 2004 herausgegeben vom Förderverein Berliner Schloss e.V. (AP Photo)

Als wäre nichts gewesen: Computervision des wieder aufgebauten Schlosses, 2004 herausgegeben vom Förderverein Berliner Schloss e. V.

Mittlerweile ist der "Palast der Republik" auch schon Geschichte. Bereits 2002 beschloss der deutsche Bundestag dessen Abriss und die Wiederherstellung der historischen Bebauung. Doch bei der Frage der Gestaltung wurde heftig gestritten: Wiederaufbau des Schlosses oder Neubau?

Letztendlich entschied die Regierung, drei der historischen Barockfassaden inklusive der Schlosskuppel zu rekonstruieren und die vierte, zur Spree gelegene Front modern zu gestalten.

Gesagt, getan. Aber an der Vision dieses Berliner Schlossgespenstes scheiden sich nach wie vor die Geister. Noch kurz vor der Preisvergabe des Architektenwettbewerbes gab es Kritik an dem Projekt. Die dürfte nun, nach der Entscheidung der Juroren, wohl verstummen.

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