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Wirtschaft

Stabilitätsfaktor Mittelstand

Kleine und mittlere Unternehmen bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Sie sind gegen Krisen gut gewappnet, halten sich aber mit Investitionen zurück, ergab eine Umfrage der staatlichen KfW-Bank.

Der Mittelstand hat im Jahr 2013 seine Schlüsselrolle für die deutsche Volkswirtschaft bestätigt, kann sich aber der Wachstumsschwäche in Deutschland und Europa nicht entziehen. Das zeigt das so genannte Mittelstandspanel der staatlichen KfW-Bank, die einzige repräsentative Analyse zur langfristigen strukturellen Entwicklung des Mittelstands in Deutschland.

"Das Umfeld für den Mittelstand ist schwieriger geworden. Die Unternehmen reagieren darauf und bleiben trotz voller Kassen in Wartestellung", sagt KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. "Noch ist das Wachstum positiv, die Erwartungen trüben sich aber weiter ein. Die kleinen und mittleren Unternehmen zögern weiterhin mit Investitionen, daran kann auch der einfache Kreditzugang nichts ändern." Nur bei einer nachhaltigen Verbesserung der Aussichten für Deutschland und Europa würden die Investitionen im Mittelstand deutlich anziehen, ist Zeuner überzeugt.

Wachstumsdynamik lässt nach

Umsätze und Beschäftigung haben im vergangenen Jahr zwar zugenommen, allerdings mit immer kleiner werdenden Wachstumsraten. Vor allem die Auslandsaktivitäten hätten einen Dämpfer erfahren, heißt es in der KfW-Studie. Europa verliere an Zugkraft. Zugleich agierten die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland zunehmend profitabel. Die Gewinne verblieben dabei meist in den Unternehmen und stärken das Eigenkapital, heißt es weiter.

Allerdings hat die Umfrage auch ergeben, dass die Investitionen trotz voller Kassen weitgehend ausbleiben. Der Mittelstand befinde sich in einer Wartestellung und wappne sich "gut gepolstert" gegen möglicherweise anstehende Abwärtsrisiken.

"Die mittelständischen Unternehmen haben ihren Umsatz im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent erhöht - trotz steigendem Wettbewerbsdruck und hoher Unsicherheit", heißt es in der Kfw-Analyse. "Allerdings nimmt das Wachstum gegenüber dem Jahr 2012 um ein Fünftel ab. Kein Segment findet im Jahr 2013 zurück zu früherer Wachstumsstärke", heißt es weiter. Mittelfristig sei nur mit wenig Belebung zu rechnen. Die Geschäftserwartungen würden nochmals nach unten korrigiert.

Auslandsgeschäft schrumpft

Insgesamt waren im Jahr 2013 knapp 20 Prozent der mittelständischen Unternehmen im Ausland aktiv, das ist ein Minus von drei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Die Auslandsumsätze im Mittelstand schrumpfen 2013 um sieben auf 545 Milliarden Euro. Vor allem der industrielle Mittelstand verliere an Boden, was den Außenhandel anbetrifft. Speziell Europa habe an Zugkraft eingebüßt. Die Umsätze in Europa seien im vergangenen Jahr um 27 Milliarden Euro zurückgegangen.

"Dennoch nimmt die durchschnittliche Umsatzrendite um 0,7 Prozentpunkte auf ein Allzeithoch von 6,7 Prozent zu. Den Zuwachs an Profitabilität nutzen die kleinen und mittleren Unternehmen zur Stärkung ihres Eigenkapitals", schreiben die Kfw-Banker weiter. "Die durchschnittliche Eigenkapitalquote im Mittelstand hat im Jahr 2013 um 1,2 Prozentpunkte auf 28,6 Prozent zugelegt; das ist der stärkste Zugewinn seit fast einem Jahrzehnt."

Zurückhaltung bei Investitionen

Die Gewinne bleiben zumeist in den Unternehmen: Die mittelständischen Unternehmen haben sich - wie schon 2012 - auch im Jahr 2013 mit Investitionen zurückgehalten: Ihre Ausgaben in neue Anlagen und Bauten stagnieren und liegen bei 144 Milliarden Euro.

Für den Arbeitsmarkt in Deutschland spielt der Mittelstand weiterhin eine tragende Rolle: 28,6 Millionen Menschen waren dort beschäftigt, das sind 68,3 Prozent aller Arbeitnehmer und 522.000 Personen mehr als im Jahr zuvor. Der Mittelstand ist zunehmend wichtiger für den Erfolg des dualen Ausbildungssystems in Deutschland: Im Jahr 2013 begannen 87 Prozent aller Auszubildenden ihre Ausbildung in einem mittelständischen Unternehmen - nie zuvor war dieser Wert so hoch.

wen/zdh (dpa, ots, KfW)