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Wirtschaft

Stabilisierung macht Fortschritte

Die statistisch nachweisbare Börsenregel "Sell in May and go away!" scheint in diesem Jahr nicht zu gelten. Ein Rückblick auf die Börsenwoche von Andreas Becker.

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Jedenfalls überraschten die Aktienmärkte zuletzt mit
Kurssteigerungen. Die Technologiebörse Nasdaq konnte sich sogar deutlich von ihrem Tiefstand lösen. Auch der DAX hat sich wieder über der Marke von 5000 Punkten etabliert.

Das Ende des Streiks in der Metallindustrie, aber auch die Ankündigung der Rating-Agentur Standard&Poors, die Gewinnschätzungen von Unternehmen künftig um
Kaufoptionen für Mitarbeiter zu bereinigen, bringt neue Fantasie in den deutschen Aktienmarkt.

Denn während umfangreiche Stock-Options-Programme amerikanischer Unternehmen dort die Gewinne nach neuer Berechnung erheblich drücken, sind in Deutschland solche
Programme kaum verbreitet. Daher würden Unternehmen diesseits des Atlantik günstigere Bewertungen aufweisen als bislang.

Die jüngsten Zahlen des Chipherstellers Applied Materials werten Analysten als Hinweis auf ein Ende der Krise im Technologiesektor, zumal der Chipbereich als Frühindikator gilt.

Auch Infineon konnte sich auf über 20 Euro erholen, nachdem das Unternehmen Pläne für den Bau neuer Chip-Fabriken vorgelegt und eine Kooperation mit DuPont bekannt gegeben hat.

Der "Skandal" um MLP

Extrem unter Druck geriet am Donnerstagmorgen der Anteilsschein des Finanzdienstleisters Marschollek, Lautenschläger und Partner (MLP): Ein Anlegermagazin hatte detailliert über geschönte Bilanzen und angehäufte Schuldenberge berichtet, was den Kurs tief in den Keller drückte. Dass Vertrauen verspielt wurde, bewies der anhaltende Kurssturz am Freitag.

Da half auch eine eilig einberufene Pressekonferenz nicht mehr. Vorstandschef Bernhard Termühlen bezeichnete den Bericht als "widersprüchlich und falsch". Innerhalb von zwei Tagen haben die MLP-Aktien fast ein Drittel ihres Wertes Verloren.

Nachdem die Unternehmens-Berichtssaison weitgehend abgeschlossen ist, werden die Anleger ihr Augenmerk wieder verstärkt auf die Konjunkturdaten legen. Wenn es auch nur langsam aufwärts geht, sollte sich die wirtschaftliche Erholung fortsetzen, erwarten Analysten.

Die europäischen Rentenmärkte verzeichneten unter anderem aufgrund von Umschichtungen in Aktien zuletzt leichte Verluste. Auch die wiederauflebenden Inflationssorgen und der hohe Tarifabschluss in der Metallindustrie belasteten. Dies erhöht nach Ansicht von Marktbeobachtern die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank.

  • Datum 18.05.2002
  • Autorin/Autor Andreas Becker
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  • Permalink http://p.dw.com/p/2Byl
  • Datum 18.05.2002
  • Autorin/Autor Andreas Becker
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