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Politik

Stabile Finanzmärkte als Garant für weiteres Wachstum

Afrika vor neuen Schulden zu bewahren und Hedge-Fonds – das waren die beiden Hauptthemen der G8-Finanzminister. Am Schwielowsee mahnten die afrikanischen Staaten aber die Einhaltung versprochener Hilfen an.

G4: Der japanische Finanzminister Koji Omi, Bundesfinanzminister Peer Steinbrueck, der amerikanische stellvertretende Finanzminister Robert M. Kimmit und der britische Schatzkanzler Gordon Brown in Werder. Quelle: AP

G4: Der japanische Finanzminister Koji Omi, Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, der amerikanische stellvertretende Finanzminister Robert M. Kimmit und der britische Schatzkanzler Gordon Brown in Werder.

Der tragische Tod deutscher Soldaten in Afghanistan überschattete den zweiten und letzten Tag der Beratungen der G8-Finanzminister am Schwielowsee in Brandenburg südwestlich von Berlin. Peer Steinbrück, der deutsche Ressortchef und Gastgeber des Treffens: "Der erste Gedanke gilt denjenigen, die als Familienmitglieder davon betroffen sind. Und man merkt dann, dass ein solches Ereignis einen sehr viel emotionaleren und nachhaltig beeindruckenderen Stellenwert hat als manch einzelnes Konferenzergebnis, die man an solchen zwei Tagen zusammenträgt und diskutiert."

Mehr Transparenz

Dazu gehörte ein Thema, dass Steinbrück seinen Amtskollegen vor drei Monaten in Essen erstmals auf den Tisch legte - die hochspekulativen Hedge-Fonds. Hier mehr Transparenz zu schaffen und damit frühzeitig mögliche Schieflagen zu erkennen – darauf zielt Steinbrücks im Februar 2007 gestartete Initiative. Denn gerät ein solcher Fonds in Turbulenzen, kann dies durchaus eine weltweite Finanzkrise auslösen. Ein hochrangiges Beratergremium hat nun Vorschläge gemacht, wie man dieses Risiko minimieren könnte – und die Ministerrunde verständigte sich darauf, diese Vorschläge umzusetzen. Für Steinbrück ein wichtiger Fortschritt: "Es gibt ein wachsendes Interesse der Industrie selbst, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie Qualitäts-Maßstäbe aussehen könnten, um auf der einen Seite größere Transparenz für die Geschäftspartner herzustellen, für Anleger aber einen größeren Schutz zu haben – und das zu vermeiden, was alle Beteiligten nicht wollen: dass potenzielle, systembedingte Risiken tatsächlich eintreten."

Versprechen und Zusagen

Einen Schritt weiter ist man beim zweiten wichtigen Thema: Ein hier verabschiedeter Aktionsplan sieht vor, afrikanischen Ländern beim Aufbau von Steuersystemen oder Zentralbanken zu helfen. Damit soll sichergestellt werden, dass Einnahmen aus Rohstoffexporten in ein vernünftiges Finanzsystem fließen – und nicht neue Schuldenberge entstehen, weil die Gelder in die falschen Hände gelangen. Das fand der Finanzminister Ghanas, Kwadwo Baah-Wiredo, zwar löblich, doch forderte er, erstmal die Versprechen der Vergangenheit einzuhalten: "Wir haben eine Menge Versprechen erhalten über die Jahre. Diese Zusagen müssen eingehalten werden. Und wenn wir unser Haus jetzt in Ordnung bringen – dann können die Entwicklungsländer auch ihre Probleme lösen, über die wir hier reden. Bitte – wir haben die Pläne. Wenn ihr uns helft, dann kommen wir voran."

Voran gekommen sind die G8 mit einem zweiten Aktionsplan.

Der sieht vor, die boomenden Schwellenländer beim Aufbau lokaler Anleihemärkte zu unterstützen. Damit sollen sie unabhängiger von Auslandswährungen werden und besser gegen Finanzkrisen gerüstet sein. Der Hintergrund: Je höher der Anteil heimischer Währung bei der Verschuldung ist, umso geringer das Risiko einer Währungskrise.

Fast nur am Rande erwähnten die Finanzminister den guten Zustand der Weltwirtschaft. Die sei derzeit sehr robust und die Risiken hätten insgesamt abgenommen. Weil aber Energie und Rohstoffe teuer blieben, werde man wachsam bleiben.

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