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Amerika

Staatstrauer nach Meuterei in Ecuador

Nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen hat die ecuadorianische Regierung eine dreitägige Staatstrauer angesetzt. Präsident Raffael Correa kündigte an, die Drahtzieher der Meuterei hart zu bestrafen.

Demonstrierender Junge vor dem Parlament in Quito (Foto: AP)

Am Tag nach den Ausschreitungen zog die Regierung Bilanz: Mindestens acht Menschen seien gestorben - "aufgrund dieser absurden Gewalt, ausgelöst durch einen Haufen Verrückter", wie Innenminister Gustavo Jalkh am Freitag (01.10.2010) sagte. Gesundheitsminister David Chiriboga ergänzte, bei den Vorfällen am Donnerstag seien rund 270 Menschen verletzt worden, einige von ihnen schwer. Die Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Rückkehr zur Normalität

Die Lage in dem südamerikanischen Land beruhigte sich derweil wieder. Am Vortag hatten aufgebrachte Polizisten gewaltsam gegen die Streichung von Gehaltszuschlägen protestiert. Sie hatten zunächst den Flughafen der Hauptstadt Quito und später auch das Parlament gestürmt. Der Zorn der meuternden Sicherheitskräfte richtete sich insbesondere gegen Präsident Correa.

Präsident Correa auf einer Pressekonferenz nach seiner Befreiung (Foto: AP)

Präsident Correa: "Nichts vergeben und vergessen"

Der wurde nach dem Einsatz von Tränengas mit Atembeschwerden in ein Krankenhaus gebracht - und dort stundenlang von aufgebrachten Demonstranten belagert. Loyale Sicherheitskräfte befreiten den Präsidenten schließlich in einer dramatischen Kommandoaktion. Während Correa nach seiner Befreiung von einem Putschversuch sprach, betonte ein Sprecher der Meuterer, sie wollten lediglich ihre Forderung nach gesichertem Einkommen durchsetzen.

Mehrmals versicherte Correa, dass er diesen Forderungen nicht nachgeben werde. "Aus dem Spital wäre ich entweder als Leiche oder als würdiger Präsident herausgekommen", sagte der Staatschef. "Hier wird nichts vergeben und nichts vergessen", warnte er und kündigte harte Strafen für die Aufrührer an. Drei ranghohe Polizeibeamte wurden inzwischen wegen versuchten Mordes verhaftet.

Kritik aus dem Ausland

International stießen die gewaltsamen Proteste auf Unverständnis. Die südamerikanischen Nachbarstaaten, die Vereinten Nationen, die USA und die Europäische Union riefen die Meuterer auf, ihre Waffen niederzulegen und die verfassungsgemäße Ordnung nicht zu gefährden. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle mahnte alle Seiten zur Zurückhaltung. "Meinungsverschiedenheiten" müssten auf friedlichem Wege gelöst werden. Als Konsequenz aus der Meuterei von Sicherheitskräften trat der Polizeichef des lateinamerikanischen Landes am Freitag zurück.

Autor: Frank Wörner (afp, dpa, dapd, rtr)
Redaktion: Siegfried Scheithauer

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