Staatsfonds will mehr vom deutschen Mittelstand | Wirtschaft | DW | 23.02.2018
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Wirtschaft

Staatsfonds will mehr vom deutschen Mittelstand

Der norwegische Staatsfonds will seine Beteiligungen an mittelständischen Unternehmen in Deutschland in den nächsten Jahren deutlich erhöhen. Vertrauen zeigt der Fonds auch in die deutsche Automobilindustrie.

Der norwegische Pensionsfonds will stärker in deutsche Unternehmen investieren. Hier gebe es "noch Nachholbedarf", sagte der Chef des weltgrößten Staatsfonds, Yngve Slyngstad, dem Nachrichtenmagazin "Focus" laut Vorabbericht. Es gebe viele erfolgreiche Firmen mittlerer Größe, die nicht an der Börse notiert sind. "Bislang konnten wir in diese Unternehmen nicht investieren, weil wir nicht die Erlaubnis dazu von der norwegischen Regierung hatten. Wir hoffen, dass sich das in diesem Jahr ändern wird."

Auch schloss der Manager nicht aus, bestehende Beteiligungen an Dax-Konzernen zu erhöhen. Er zeigte sich auch von der Stärke deutscher Autobauer überzeugt. Er sei zuversichtlich, dass die deutschen Autohersteller den Technologiewandel erfolgreich meistern und die weltweite Spitzenposition halten werden. "Wir halten einen Anteil von drei Prozent an BMW und Daimler und ein bisschen weniger an Volkswagen." Diese Beteiligungen seien etwas größer als die in vergleichbaren Branchen in anderen Ländern. "Das zeigt, dass wir großes Vertrauen in die deutschen Autohersteller haben."

Versicherung für Norwegen

Norwegens Staatsfonds wird seit rund 20 Jahren mit den Einnahmen aus dem Ölgeschäft gefüllt. Er ist mehr als eine Billion US-Dollar schwer. Norwegen hat große Öl- und Gasreserven, ist wirtschaftlich aber auch stark von der Förderung fossiler Brennstoffe abhängig. Der Fonds ist als eine Art Versicherung gedacht, um für die Zeit nach der Ausbeutung der Ölreserven in der Nordsee vorzusorgen.

65 Prozent des Geldes sind in Aktien angelegt, rund 30 Prozent in Anleihen vor allem von Staaten und 2,5 Prozent in Immobilien. Der Staatsfonds investiert nach Angaben der Zentralbank in fast 9000 Unternehmen und in 77 Ländern.

zdh/ul (rtr, dpa)