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Frankreich

Staatsanwaltschaft: In Sprengstofflabor bei Paris wurden Anschlagspläne verfolgt

Das bei Paris entdeckte Sprengstofflabor diente nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft der Anschlagsvorbereitung. Die beiden Verdächtigen bestreiten das – sie hätten mit dem Material etwas ganz anderes vorgehabt.

Polizisten in Villejuif nach Entdeckung des Labors (Getty Images/AFP/B. Guay)

Polizisten in Villejuif nach Entdeckung des Labors

In dem am Mittwoch ausgehobenen Sprengstofflabor nahe Paris ist nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ein Anschlag vorbereitet worden. Allerdings habe es noch keinen ausgearbeiteten Anschlagsplan gegeben, sagte Staatsanwalt François Molins. Die beiden festgenommenen Verdächtigen - der 36-jährige Eigentümer der Wohnung in Villejuif, wo das Lager entdeckt worden war, und ein 37-jähriger Bekannter - wurden dem Ermittlungsrichter vorgeführt. 

Staatsanwalt François Molins (Getty Images/AFP/B.Guay)

Staatsanwalt François Molins

In dem Sprengstofflabor wurden 105 Gramm des Sprengstoffs TATP gefunden, der häufig von Dschihadisten für Anschläge verwendet wird. Außerdem gab es laut Molins Chemikalienvorräte, die für schätzungsweise drei bis vier Kilogramm TATP gereicht hätten. TATP wird häufig von Dschihadisten bei Anschlägen verwendet. Der Sprengstoff lässt sich relativ leicht selbst herstellen. In der Wohnung, die als Sprengstofflager diente, wurde auch ein Computer mit Propagandamaterial der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) gefunden. 

Die beiden Männer bestreiten nach Angaben von Innenminister Gérard Collomb terroristische Motive und sagten aus, sie hätten mit dem TATP Banken ausrauben wollen. "Aber was man sieht ist, dass sie Verbindungen zum Terrorismus hatten", hatte der Minister am Donnerstag dem Sender France Info gesagt. So gebe es eine "bestimmte Anzahl von Verbindungen und telefonischer Kommunikation" nach Syrien. In Ermittlerkreisen war vorsichtiger von einer bislang "indirekten Verbindung" die Rede.

Seit Jahresanfang wurden nach Regierungsangaben elf Anschläge verhindert. Daraus werde das Ausmaß der Gefahr für Frankreich ersichtlich, sagte Collomb vor wenigen Tagen. "Natürlich kann morgen in Frankreich das passieren, was in Barcelona passiert ist", fügte der Innenminister mit Blick auf die Anschläge in Katalonien hinzu.

 In Frankreich sind bei islamistischen Anschlägen seit Anfang 2015 insgesamt 239 Menschen getötet worden, seit den Pariser Anschlägen vom November 2015 herrscht in dem Land der Ausnahmezustand. 

stu/haz (afp, ap)