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Aktuell Deutschland

Staatsakt für Richard von Weizsäcker

Deutschland nimmt Abschied von einem seiner bedeutendsten Bundespräsidenten. Zu dem Staatsakt zu Ehren von Richard von Weizsäcker kommen 1400 Gäste. Es wird eine in jeder Hinsicht besondere Zeremonie.

Mit dem Staatsakt im Berliner Dom würdigt die Politik die herausragende Bedeutung Richard von Weizsäckers für die Bundesrepublik Deutschland. Der Altbundespräsident war am 31. Januar im Alter von 94 Jahren in Berlin verstorben. Er hatte das höchste deutsche Staatsamt von 1984 bis 1989 inne. Weltweite Beachtung hatte vor allem seine Rede zum 8. Mai 1985 erhalten, in der von Weizsäcker das Ende des Zweiten Weltkriegs als "Tag der Befreiung" für Deutschland bezeichnete.

Zum Trauergottesdienst im Berliner Dom, dem militärischen Abschiedzeremoniell sowie dem Trauerempfang zu von Weizsäckers Ehren werden fast 1400 Gäste aus aller Welt erwartet, darunter der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer, Prinzessin Beatrix der Niederlande und ehemalige Staatspräsidenten wie Lech Walesa aus Polen. An allen öffentlichen Gebäuden in Deutschland wehen die Flaggen heute auf Halbmast.

Deutschland Geschichte Kapitel 4 1979 – 1989 Richard von Weizsäcker Rede im Bundestag

Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985 bei seiner Rede zum 40. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs.

Respektiert über Parteigrenzen hinweg

Bei der Trauerfeier wird zunächst Bundespräsident Joachim Gauck seinen Vorgänger würdigen. Als weitere Redner sind Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sowie die ehemalige Vizepräsidentin des Bundestages, Antje Vollmer (Grüne) vorgesehen.

Die Predigt im Trauergottesdienst wird der evangelische Altbischof Martin Kruse halten. Mit ihm verband von Weizsäcker unter anderem die Erinnerung an einen überfüllten Gottesdienst in der Gedächtniskirche am Sonntag nach dem 9. November 1989, in dem Kruse die Predigt hielt.

Abschied im kleinen Kreis

Ein Trauerstaatsakt wie der für Richard von Weizsäcker ist etwas Außergewöhnliches. Verantwortlich für die Ansetzung ist entsprechend einer Anordnung von 1966 das Innenministerium. Mit einer solchen Zeremonie nimmt die Bundesrepublik von jemandem Abschied, der sich in besonderer Weise um das deutsche Volk verdient gemacht hat. In der jüngeren Vergangenheit wurde diese Ehrung der ehemaligen Bundestagspräsidentin Annemarie Renger (2008), dem ehemaligen Bundestagspräsidenten und Bundesminister Rainer Barzel (2006) und Altbundespräsident Johannes Rau (2006) zuteil.

Grundsätzlich wäre für Richard von Weizsäcker auch ein Staatsbegräbnis infrage gekommen. Auf Wunsch seiner Familie wurde davon jedoch abgesehen. Die Beisetzung erfolgt nach dem offiziellen Staatsakt unter Ausschluss der Öffentlichkeit im kleinen Kreis auf dem Waldfriedhof in Berlin-Zehlendorf.

mak/sti (epd, afp)

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