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Aktuell Europa

Staatengemeinschaft beschließt Pariser Klimaabkommen

Die internationale Gemeinschaft hat sich auf einen Weltklimavertrag verständigt. Die Pariser UN-Klimakonferenz nahm die Vereinbarung zur Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad an.

"Das Abkommen ist angenommen", sagte Konferenzpräsident Laurent Fabius unter dem Jubel der Delegierten. "Ich sehe den Saal, die Reaktion ist positiv, ich höre keine Einwände", erklärte der französische Außenminister Laurent Fabius in Le Bourget bei Paris, bevor er die Einigung per Hammerschlag besiegelte.

Es ist das erste Mal, dass sich alle 195 beteiligten Staaten vertraglich dazu bekennen, Anstrengungen im Kampf gegen die Erderwärmung zu unternehmen. Der Vertrag sieht eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 bis zwei Grad vor. Zudem ist festgelegt, die Netto-Emissionen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts auf null zu senken.

Die Delegierten applaudieren nach der Zustimmung zum Klimapakt (Foto: AFP)

Endlich geschafft: Die Delegierten applaudieren nach der Zustimmung zum Klimapakt

Überprüfung alle fünf Jahre

Der Vertrag tritt 2020 in Kraft. Die selbstgesteckten Klima-Ziele der einzelnen Länder sollen alle fünf Jahre überprüft und nachgebessert werden. Außerdem soll es ein System von Berichtspflichten und Transparenzregeln geben.

Die nationalen Klimaziele werden allerdings weiterhin von den einzelnen Ländern festgelegt - bislang reichen die vorliegenden Pläne nicht aus, um den Klimawandel auf ein erträgliches Maß zu begrenzen. Zahlreiche Umweltschützer werteten den Vertragstext als starkes Signal zur Abkehr von den fossilen Energien Kohle, Öl und Gas. Sie hätten sich aber früheres Handeln und mehr konkrete Verpflichtungen für die einzelnen Staaten gewünscht.

Festgeschrieben wird auch das Versprechen der Industriestaaten, den Ländern des Südens jedes Jahr hundert Milliarden Dollar für Klimaschutz und Anpassung an die Erderwärmung zur Verfügung zu stellen. Diese Summe solle der Basiswert für die Zeit ab 2020 sein, eine neue Zahl "wird spätestens 2025 festgelegt werden". Allerdings steht auch dies nur in der Entschließung. Im Vertragstext bekennen sich die Industriestaaten allgemein zu gegebenen Verpflichtungen. Hintergrund sind sonst drohende Ratifizierungsprobleme in den USA.

Hendricks erleichtert

"Ich bin sehr froh über das, was wir hier erreicht haben", sagte in einer ersten Stellungnahme Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Sie sprach von einem "historischen Erfolg", doch sei "Paris nicht das Ende, sondern der Anfang eines langen Weges". "Das ist unser Erfolg, der Erfolg aller Staaten in diesem Prozess", erklärte die luxemburgische EU-Ratspräsidentschaft.

Umweltverbände beurteilten den Vertrag fast einhellig positiv, riefen aber auch zu raschem Handeln auf, um die darin definierten Ziele zu erreichen. "Paris gibt der Welt Hoffnung" und sende ein klares Signal für die Abkehr von fossilen Brennstoffen, erklärte der Greenpeace-Klimaexperte Martin Kaiser. Der politische Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, Christoph Bals, erklärte: "Das Abkommen wird die Welt der Energie- und Klimapolitik verändern."

Lob kam auch aus der Wissenschaft: "Wenn dies umgesetzt wird, bedeutet das eine Senkung der Treibhausgasemissionen auf Null in wenigen Jahrzehnten", erklärte der Leiter des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Hans Joachim Schellnhuber. Sein Stellvertreter Ottmar Edenhofer bezeichnete das Abkommen als "Durchbruch". Nun hänge "das Schicksal der Erde" davon ab, wie schnell und wie umfassend die beschlossenen Maßnahmen umgesetzt würden.

kle/nin (dpa, epd, afp, dpa, Phoenix)

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