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Russland

St. Petersburg-Attentäter soll aus Kirgistan stammen

Der mutmaßliche Selbstmordattentäter von St. Petersburg stammt nach Angaben von Ermittlern aus dem zentralasiatischen Land. US-Präsident Trump bietet Russlands Staatschef Putin Hilfe an.

Russland Morgen nach dem Terroranschlag in der U-Bahn in St. Petersburg (DW/W. Ryabko)

Stilles Gedenken an die Opfer des Terrorangriffs

Nach Angaben russischer und kirgisischer Ermittler zündete ein junger Mann, der in Kirgistan geboren wurde, die Bombe in einer fahrenden U-Bahn im Zentrum von St. Petersburg. Laut den russischen Behörden legte der Mann namens Akbarschon D. auch die zweite Bombe, die später entschärft wurde. Die genetischen Spuren von Akbarschon D. seien auch auf einer Tasche gefunden worden, die am Bahnhof Ploschtschad Wosstanija abgestellt worden sei, erklärte die Ermittlungsbehörde in Moskau. Zuvor hatte der Geheimdienst der früheren Sowjetrepublik Kirgistan den Mann als Verdächtigen genannt. Den Ermittlungen zufolge kam er bei dem Anschlag als Selbstmordattentäter ums Leben.

Russland Ermittler: Attentäter von St.Petersburg stammt aus Kirgistan (Reuters/5th Channel Russia)

Video-Aufnahme des mutmaßlichen Täters an einer St. Petersburger U-Bahn-Station

Der Geheimdienst von Kirgistan hilft den russischen Behörden bei den Ermittlungen nach dem Bombenanschlag. Demnach hat Akbarschon D. einen russischen Pass. Er wurde 1995 in der Stadt Osch im Süden Kirgistans geboren. Nach Medienberichten wurde er erst in diesem Jahr von einer islamistischen Organisation angeworben. Die Agentur Interfax beruft sich dabei auf eine nicht näher genannte Quelle.

Zahl der Opfer gestiegen

Inzwischen ist die Zahl der Toten bei der Explosion in einer U-Bahn in St. Petersburg am Montag nach offiziellen Angaben auf 14 gestiegen. Wie die russische Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa am Dienstag mitteilte, starben elf Menschen direkt am Anschlagsort. Drei weitere Menschen seien in Rettungswagen oder in Krankenhäusern ihren schweren Verletzungen erlegen. 45 Menschen waren verletzt worden. Nach Angaben des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB ereignete sich die Explosion gegen 14.40 Uhr Ortszeit in einer U-Bahn, die gerade zwischen den Stationen Sennaja Ploschtschad und Technologisches Institut im Zentrum von St. Petersburg unterwegs war.

Kurz darauf wurde ein selbstgebauter Sprengsatz in der U-Bahnstation am Wosstanija-Platz in der Petersburger Innenstadt gefunden und rechtzeitig entschärft, wie die russischen Anti-Terror-Behörden mitteilten. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Das staatliche Ermittlungskomitee geht von einem Terroranschlag aus.

Russland Rettungskräfte am Sennaja-Platz in Sankt-Petersburg (DW/J. Wischnewetzkaja)

Der Sennaja-Platz neben der U-Bahn-Station, wo der Anschlag stattfand, ist am Tag danach immer noch für Passanten gesperrt

Präsident Wladimir Putin, der sich zum Zeitpunkt der Explosion in der Nähe von St. Petersburg aufhielt, erklärte, die Ermittlungen würden in alle Richtungen geführt. Als Ursache kämen "ein Unfall, ein Verbrechen und vor allem Terrorismus" in Frage. Die russische Justiz eröffnete Ermittlungen nach Paragraph 205 des russischen Strafgesetzbuches, der die Strafbarkeit von Terroranschlägen regelt.

Der Kreml schließt unterdessen nicht aus, dass der Anschlag mit der Anwesenheit Putins in Zusammenhang steht. "Allein die Tatsache, dass der Terroranschlag verübt wurde, während das Staatsoberhaupt in der Stadt war, zwingt zum Nachdenken", sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow.

Trump bietet Hilfe an

US-Präsident Donald Trump verurteilte nach Angaben des Weißen Hauses in einem Telefonat mit Putin die Tat und bot seine Unterstützung an. Er habe zudem den Opfern und ihren Angehörigen sowie dem russischen Volk sein tiefstes Beileid ausgesprochen.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte den "barbarischen und feigen Terroranschlag". UN-Generalsekretär Antonio Guterres drückte den betroffenen Familien sein tiefes Mitgefühl aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich in einem Kondolenztelegramm an Putin entsetzt über die Attacke gezeigt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärte in Berlin: "Mit Entsetzen und Trauer verfolge ich die Nachrichten aus St. Petersburg, wo ein zur Explosion gebrachter Sprengsatz zahlreiche Tote gefordert hat."

Die Stadtverwaltung von St. Petersburg rief eine dreitägige Trauer aus. Zahlreiche Menschen stellten vor den Zugängen der U-Bahn-Stationen und in Moskau in der Nähe der Kremlmauer Kerzen auf und legten Blumen für die Opfer nieder.

pg/gri (dpa, afp, rtr)