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Top-Thema – Podcast

St. Pauli pinkelt zurück

In den Hamburger Stadtteil St. Pauli kommen jährlich Millionen Besucher, um zu feiern. Viele pinkeln dort nachts einfach an die Hauswände. Die Anwohner ärgert das. Mit einem Trick wollen sie dieses Verhalten stoppen.

Audio anhören 02:36

St. Pauli pinkelt zurück – das Top-Thema als MP3

Die Reeperbahn ist mit ihren Bars, Diskos, Nachtclubs und Sex-Shops eine der bekanntesten Partygegenden Deutschlands. Sie liegt im Hamburger Stadtteil St. Pauli. Etwa 20 Millionen Besucher kommen pro Jahr dorthin. Und wenn sie Alkohol getrunken haben, verlieren viele ihre Hemmungen: Sie pinkeln dann beispielsweise einfach gegen die Hauswände. Das stinkt den Bewohnern von St. Pauli – im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Quartiermanagerin Julia Staron hatte gemeinsam mit Kollegen eine Idee, was man dagegen tun könnte. Sie besorgten einen Speziallack, von dem Flüssigkeiten abperlen. Damit lackierten sie die Hauswände in der Partygegend. So sind die Flächen leicht sauber zu halten. Und es gibt einen weiteren nützlichen Effekt: Der Urin spritzt zum Verursacher zurück.

Staron und ihre Kollegen warnten öffentlich vor diesen Folgen. Im Rahmen der Kampagne „St. Pauli pinkelt zurück“ druckten sie Schilder, auf denen in Deutsch und Englisch steht: „Hier nicht pinkeln – wir pinkeln zurück!“ Außerdem drehten sie ein Internetvideo, das vor nassen Füßen und Hosen warnt. Mit Erfolg: Auf YouTube hatte es schon nach einer halben Woche zwei Millionen Klicks.

Die lackierten Wände sind aber nicht die einzige Idee, wie den Besuchern das öffentliche Pinkeln abgewöhnt werden könnte. „Wir wollen diejenigen, die sich gut benehmen, auch belohnen“, sagt Staron. Bald soll es eine Pinkelkarte geben – sie ist wie ein Bonusheft zum Abstempeln. Die 44-Jährige erklärt: „Das heißt, wer sechsmal eine ordentliche Toilette benutzt hat, der bekommt noch einen Schnaps.“


Glossar

pinkeln
– umgangssprachlich für: die Flüssigkeit aus dem Körper herauslassen; aufs Klo gehen

Trick, -s (m.) – hier: die schlaue Lösung

die Hemmungen verlieren – hier: machen, was man normalerweise nicht machen würde, weil es kein gutes → Benehmen ist

jemandem stinken – umgangssprachlich für: jemandem überhaupt nicht gefallen

Quartiermanager, -/ Quartiermanagerin, -nen – jemand, der sich um die Probleme und das Aussehen eines bestimmten Stadtteils kümmert

Lack, -e (m.) – eine Flüssigkeit, mit der Dinge angestrichen werden und die dadurch einen besseren Schutz haben (Verb: etwas lackieren)

ab|perlen – hier: an etwas herunterlaufen, ohne von etwas aufgenommen zu werden

Effekt, -e (m.) – die Folge; die Auswirkung

Urin, -e (m.) – die Flüssigkeit, die man beim → Pinkeln herauslässt

spritzen – hier: (bei Flüssigkeiten) sich unkontrolliert verteilen

im Rahmen – im Zusammenhang mit; innerhalb

Kampagne, -n (f.) – hier: die öffentliche Aktion, die ein bestimmtes Ziel hat

etwas drehen – hier: einen Film/ein Video machen

Klick, -s (m.) – das Auswählen einer Internetseite mit der Computermaus

jemandem etwas ab|gewöhnen – dafür sorgen, dass jemand etwas nicht mehr tut

sich benehmen – sich verhalten

jemanden belohnen – jemanden, der sich richtig verhalten hat, etwas geben

Bonusheft, -e (n.) – ein kleines Buch, in dem man Stempel sammelt und das man bei einer bestimmten Anzahl von Stempeln gegen ein Geschenk tauschen kann

etwas ab|stempeln – hier: einen Stempel in ein Heft machen, wenn jemand etwas Bestimmtes getan hat

Schnaps, Schnäpse (m.) – ein Getränk mit viel Alkohol


Fragen zum Text

1. Was trifft auf die Reeperbahn zu?
a) Sie liegt außerhalb von Hamburg.
b) Dort ist es verboten, Alkohol zu trinken.
c) Sie ist berühmt für die vielen Nachtclubs und Bars.

2. Was kann den Menschen jetzt passieren, die an Hauswände in St. Pauli pinkeln?
a) Sie sind in einem YouTube-Video zu sehen.
b) Sie werden von ihrem eigenen Urin nass.
c) Sie müssen eine Geldstrafe und einen neuen Lack bezahlen.

3. Wie funktioniert die Idee der Pinkelkarte?
a) Mit ihr kann man den Eintritt zu den öffentlichen Toiletten bezahlen.
b) Sie zeigt, wie oft jemand auf einer öffentlichen Toilette war, so dass derjenige dafür ein Geschenk bekommen kann.
c) Erst wenn man genug Stempel auf ihr hat, darf man eine öffentliche Toilette benutzen.

4. Das Video, in … vor dem Lack gewarnt wird, ist bei YouTube sehr erfolgreich.
a) das
b) dem
c) dessen

5. Es gibt mehrere Maßnahmen, mit … die Menschen am öffentlichen Pinkeln gehindert werden sollen.
a) die
b) deren
c) denen


Arbeitsauftrag
Schaut euch auch das erfolgreiche Internetvideo an (www.youtube.com/watch?v=uoN5EteWCH8&feature=youtu.be) Wie findet ihr die Idee, so das öffentliche Pinkeln verhindern zu wollen? Fallen euch andere Möglichkeiten ein, wie man das Problem angehen könnte?

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Audio und Video zum Thema

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