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Politik

Sri Lankas Regierung kündigt Waffenstillstand auf

Der Friedensprozess ist gescheitert: Die Regierung in Sri Lanka zieht sich offiziell aus einem vor knapp sechs Jahren vereinbarten Waffenstillstand mit den tamilischen Rebellen zurück.

Vielleicht hilft das noch: Mann betet am Tempel Kelaniya zur Neujahrfeier in Colombo

Ein Mann betet am Tempel Kelaniya zur Neujahrfeier in Colombo

Ministerpräsident Ratnasiri Wickramanayake habe dem Kabinett am Mittwoch (2.1.2008) eine Annullierung der Vereinbarung vorgeschlagen, die einstimmig angenommen worden sei, erklärte Medienminister Anura Yapa. Der Waffenstillstand sei durch die eskalierende Gewalt gegenstandslos geworden, sagte er.

Kampf um das Leben des Oppositionspolitikers Maheswaran - vergeblich

Kampf um das Leben des Oppositionspolitikers Maheswaran - vergeblich


Einem Bombenanschlag waren im Zentrum der Hauptstadt Colombo nach Militärangaben am Mittwoch mindestens vier Menschen zum Opfer gefallen, mindestens 20 weitere wurden verletzt. Die Explosion ereignete sich in der Nähe eines Busses, in dem Soldaten gefahren wurden. Unter den Toten sind ein Soldat und drei zivile Passanten. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Offensive der Regierungstruppen

Zum Jahreswechsel ist damit ein Ende des Bürgerkriegs in weite Ferne gerückt. Die Gefechte zwischen den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE) und den Streitkräften haben in den vergangenen Wochen stark zugenommen, da die Regierung den zum Teil von der LTTE kontrollierten Norden der Insel zurückgewinnen will.

Soldaten und Rebellen liefern sich dort wieder heftige Gefechte. Allein am Neujahrstag hat die Armee nach eigenen Angaben 25 Tamilen-Rebellen getötet. Seit Weihnachten sind damit mindestens 100 Menschen getötet worden.

Bombenattentat auf Bus in Colombo Sri Lanka Soldat überprüft den Bus

Ein Soldat überprüft den Bus - das Ziel des Anschlags

Während eines hinduistischen Neujahrsgottesdienstes wurde nahe der Hauptstadt wurde auch ein führender tamilischer Oppositionspolitiker in Sri Lanka erschossen. Thyagaraja Maheswaran hatte paramilitärischen Regierungseinheiten in einem Fernsehinterview Entführungen, Erpressungen und Morde von Tamilen auf der nördlichen Halbinsel Jaffna vorgeworfen und die Bekanntgabe von Namen angekündigt. Bei dem Attentat wurde noch eine weitere Person getötet, etwa zehn Menschen wurden verletzt, darunter auch der mutmaßliche Schütze.

70.000 Tote

Die Feuerpause war vor knapp sechs Jahren unter norwegischer Vermittlung ausgehandelt worden, um den seit mehreren Jahrzehnten andauernden Konflikt zwischen der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit und der Tamilen-Minderheit zu beenden. Tamilische Separatisten kämpfen für einen eigenen Staat im Norden und Osten der Insel Ceylon. Der Bürgerkrieg begann 1983 nach jahrzehntelanger Diskriminierung der tamilischen Minderheit. Dem Konflikt sind schon mehr als 70.000 Menschen zum Opfer gefallen. (sams)

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