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Aktuell Asien

Sri Lankas Opposition siegt bei Präsidentenwahl

Die Präsidentenwahl in Sri Lanka hat einen Machtwechsel gebracht: Neuer Regierungschef wird der bisherige Gesundheitsminister der Landes, Maithripala Sirisena. Damit verliert Mahinda Rajapaksa nach zehn Jahren sein Amt.

Rund 15 Millionen Bürger waren am Donnerstag in Sri Lanka dazu aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu bestimmen. Über 70.000 Polizisten mussten dafür sorgen, dass die Wahlen ohne Zwischenfälle stattfinden können. Nachdem es im Vorfeld mehr als 200 Angriffe auf Unterstützer und Wahlkampfhelfer verschiedener Parteien gegeben hatte, mussten die Sicherheitskräfte auch am Wahltag selbst mit gewaltsamen Zwischenfällen rechnen. Dazu kam es nicht. Laut Polizei waren die Wahlen die friedlichsten seit Jahren, aber unabhängige Wahlbeobachter sprechen dennoch von zahlreichen Behinderungen bei der Abstimmung.

Das Vorhaben des amtierenden Präsidenten Mahinda Rajapakse (Foto), Sri Lanka auch eine dritte Amtszeit lang zu regieren, ist am starken Abschneiden des Herausforderers Maithripala Sirisena gescheitert. Laut dem offiziellen Wahlergebnis erzielte der 63-Jährige 51,3 Prozent der Stimmen. Für den seit zehn Jahren regierenden Rajapaksa (69) votierten am Donnerstag 47,6 Prozent der Stimmberechtigten, wie der Wahlleiter Mahinda Deshapriya in Colombo bekanntgab. Sirisena soll noch am Freitag vereidigt werden.

Der einstige Weggefährte als Herausforderer

Der 69-jährige Rajapakse ist seit fast zehn Jahren im Amt. Vor vier Jahren setzte er eine Verfassungsänderung durch, die ihm die erneute Kandidatur erst möglich machte. Nun sorgt offenbar ausgerechnet der einstige Weggefährte Maithripala Sirisena für ein Ende seiner Amtszeit. Sirisena war zuletzt Gesundheitsminister im Kabinett von Rajapakse. Um selbst als Präsident kandidieren zu können, legt er vor wenigen Wochen seinen Ministerposten nieder und lief zur Opposition über. Erst ab diesem Zeitpunkt wurde der Wahlkampf spannend.

Sirisena spielte dabei in die Hände, dass ein Großteil der Bevölkerung zunehmend unzufrieden mit der Arbeit Rajapakses war. Dem bisherigen Präsidenten wurde vor allem ein autoritärer Regierungsstil und Korruption vorgeworfen. Außerdem soll er den Versöhnungsprozess zwischen den einst verfeindeten Bevölkerungsgruppen der Singhalesen und Tamilien nicht weiter vorangetrieben haben.

djo/kle (afp, rtr)

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