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Asien

Sri Lanka - Chronik eines Konflikts

Regierungstruppen in Sri Lanka haben die tamilischen Rebellen in den vergangenen Wochen auf ein kleines Gebiet im Nordosten des Inselstaates zurückgedrängt. Eine Chronik des Konflikts.

Tamilen-Rebellen hissen ihre Flagge (Foto: AP)

Die "Befreiungstiger" hissen ihre Flagge

1975: Tamilische Rebellen gründen die Organisation Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE). Sie fordern einen eigenen Staat für die tamilische Minderheit im Norden und Osten der Insel.

1983: Der Bürgerkrieg beginnt.

1991: Ein Selbstmordattentäter der LTTE reißt den damaligen indischen Ministerpräsidenten Rajiv Gandhi in den Tod. Bei der Tat handelt es sich offenbar um einen Vergeltungsakt für den Einsatz indischer Soldaten gegen die Rebellen.

1993: Nach dem Scheitern von Friedensverhandlungen tötet ein Selbstmordattentäter der LTTE den srilankischen Staatspräsidenten Ranasinghe Premadasa.

Februar 2002: Die srilankische Regierung unterzeichnet ein Friedensabkommen mit den Rebellen.

Juni 2005: Im Streit um die Aufteilung internationaler Hilfen für Tsunami-Opfer verschlechtern sich die Beziehungen zwischen beiden Seiten.

August 2005: Bei einem Attentat wird Außenminister Lakshman Kadirgamar getötet, ein Tamile, der einen eigenen tamilischen Staat ablehnte. Die LTTE werden für die Tat verantwortlich gemacht.

Dezember 2005: Die Rebellen verüben den ersten größeren Anschlag seit Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens. Dabei werden mindestens zwölf Soldaten getötet. Es folgt eine Serie weiterer Anschläge.

22. Februar 2006: Vertreter von Regierung und Rebellen treffen in der Schweiz zu Friedensgesprächen zusammen. Sie verständigen sich auf eine Eindämmung der Gewalt. Eine zweite Gesprächsrunde wenige Monate später wird aber wegen eines Streits über Sicherheits- und Transportfragen verschoben.

8. Juni 2006: Friedensgespräche in Norwegen scheitern.

20. Juli 2006: Die Regierung startet ihre erste größere Offensive auf tamilischem Gebiet seit dem Waffenstillstand 2002, nachdem die Rebellen die Schleusen an einem Staubecken gesperrt und damit mehr als 60.000 Menschen von der Wasserversorgung abgeschnitten haben.

2. November 2007: Der politische Führer der LTTE, S.P. Thamilselvan, wird bei einem Luftangriff der Regierung getötet.

2. Januar 2008: Die Regierung fordert die Rebellen - als Bedingung für neue Friedensgespräche - zu einer sofortigen Entwaffnung auf, nachdem sie am Vortag ein unter internationaler Vermittlung zustande gekommes Waffenruheabkommen aufgekündigt hat.

16. Januar 2008: Das Waffenstillstandsabkommen läuft offiziell aus.

2. August 2008: Die Regierung in Colombo ruft die Zivilbevölkerung in den tamilischen Gebieten auf, die Region zu verlassen.

2. Januar 2009: Die srilankischen Truppen rücken erstmals seit zehn Jahren in die Rebellenhochburg Kilinochchi vor und erobern den Ort.

8. Januar 2009: Die Streitkräfte erobern den letzten Rebellenstützpunkt auf der Halbinsel Jaffna zurück. Damit hat die Regierung die Halbinsel erstmals seit 2000 weitgehend unter Kontrolle. Die Befreiungstiger sind in ein kleines Gebiet um ihre letzte Hochburg Mullaittivu zurückgedrängt.

25. Januar 2009: Die Truppen nehmen auch Mullaittivu ein. Den Gefechten fallen nach Angaben von Hilfsorganisationen und Gesundheitsbehörden zahlreiche Zivilisten zum Opfer, Tausende weitere Menschen sind im Bürgerkriegsgebiet eingeschlossen.

5. Februar 2009: Die Regierungstruppen nehmen den Stützpunkt Chalai der Rebellen ein und kappen damit deren wichtigste Versorgungsroute.

20. Februar 2009: Tamilische Rebellen fliegen zwei Überraschungsangriffe auf die Hauptstadt Colombo. Zwei Menschen am Boden werden getötet.

13. März 2009: Die UN sprechen von mehr als 2800 getöteten Zivilisten seit 20. Januar. Bis zu 180.000 Menschen seien in den Rebellengebieten im Nordosten des Landes eingeschlossen.

13. April 2009: Mit einer zweitägigen Feuerpause will die srilankische Regierung eingeschlossenen Zivilisten die Flucht aus dem Kampfgebiet ermöglichen.

21. April 2009: Bis zu 78.000 Zivilisten sind nach Regierungsangaben aus dem Gebiet geflüchtet.

24. April 2009: Laut UN sind in den vergangenen drei Monaten 6500 Zivilisten in Sri Lanka getötet worden. Indien bemüht sich um eine sofortige Waffenruhe in dem Gebiet.

(wa/ap)