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Spurensuche nach den Morden in Äthiopien

Nach dem Überfall auf eine Touristengruppe in Äthiopien werden mehrere Deutsche noch vermisst. Zwei deutsche Urlauber konnten nur noch tot geborgen werden. Das Bundeskriminalamt bemüht sich um Hilfe vor Ort.

Der Vulkan Erta Ale (Foto: dpa)

Der Vulkan Erta Ale in Äthiopien - hier starben mindestens zwei Deutsche bei einem Überfall

Nach dem Tod zweier Deutscher in Äthiopien hat das Bundeskriminalamt (BKA) mehrere Mitarbeiter in das Land am Horn von Afrika entsandt. BKA-Chef Jörg Ziercke sagte, außerdem sei der Verbindungsbeamte der Behörde in Kenia nach Äthiopien beordert worden. Zu den Angehörigen in Deutschland habe man Kontakt aufgenommen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte zuvor bestätigt, dass bei dem Angriff auf eine Reisegruppe im Nordosten Äthiopiens zwei deutsche Touristen getötet wurden. Das Schicksal weiterer Deutscher, die zu der Gruppe gehörten, sei noch ungeklärt, so Westerwelle. Neben den zwei Deutschen starben zwei Urlauber aus Ungarn sowie ein Österreicher. Zwei Reisende aus Belgien und Großbritannien erlitten bei dem Überfall Schussverletzungen.

Das Gebäude des Dresdners Reiseveranstalter Diamir (Foto: dpa)

Seit Jahren bietet der Dresdner Veranstalter Diamir Reisen nach Äthiopien an

Bild.de berichtet, drei deutsche Teilnehmer seien entführt und ein Deutscher schwer verletzt worden. Die aus Deutschland stammende Reiseleiterin der Gruppe habe flüchten können, heißt es in dem offiziell bislang nicht bestätigten Medienbericht weiter. Der Reiseveranstalter "Diamir" erklärte, die Exkursion nach Äthiopien sei seit 2006 im Programm und finde mehrmals pro Jahr statt.

Die Reisegruppe war in der Nacht zu Dienstag in der Afar-Region bei der Besichtigung des Vulkans "Erta Ale" von Bewaffneten überfallen worden. Ein Teil der Touristen konnte in Sicherheit gebracht werden. An Bord eines Hubschraubers wurden mindestens zwölf Menschen gerettet.

Eine der gefährlichsten Regionen der Welt

Blick auf ein Flussgebiet in der Region Afar (Foto: picture alliance / africamediaonline)

Die Region Afar

Die Afar-Region gilt als eine der unsichersten Gegenden der Welt, Rebellen haben sich dort immer wieder zu Überfällen und Entführungen bekannt. Das Auswärtige Amt warnt auf seiner Webseite vor einer "erhöhten Risikolage" in dem Gebiet. Zuletzt waren 2007 in der Danakil-Wüste rund um den Vulkan fünf Europäer entführt worden. Sie waren damals nach Zahlung eines Lösegeldes binnen zwei Wochen wieder freigekommen.

Trotz der Gefahr von Überfällen zieht es Touristen immer wieder in die Region. Die Landschaft im Nordosten von Äthiopien gilt wegen des spektakulären Vulkans "Erta Ale" in der unter dem Meeresspiegel liegenden Danakilsenke als eines der interessantesten Reiseziele. Allerdings werden im Sommer in der Senke Temperaturen von mehr als 50 Grad erreicht. Die Region Afar ist damit eine der heißesten Regionen der Erde. Außer Einheimischen wagen sich nur Forscher, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und Abenteuer-Touristen in die unwirtliche und lebensfeindliche Gegend.

Nach dem blutigen Überfall auf die Touristengruppe warf die äthiopische Regierung dem verfeindeten Nachbarland Eritrea vor, die Angreifer unterstützt zu haben. Die Rebellen hätten bei ihrem Angriff den Gipfel der Afrikanischen Union (AU) Ende Januar im Blick gehabt. Es sei Ziel Eritreas dieses Treffen, das in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba stattfindet, zu torpedieren. Die Regierung in Eritrea wies die Vorwürfe zurück.

Autor: Hans Ziegler (rtr, dpa)
Redaktion: Siegfried Scheithauer

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