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Aktuelles

Spur des Duisburger Anschlags führt zur NSU

Eine heiße Spur haben Fahnder anscheinend in Duisburg entdeckt. Acht Jahre nach einem Mordanschlag auf einen türkischen Gastwirt gehen die Ermittler Indizien nach, die zur Terrorgruppe NSU nach Sachsen führen.

Beate Zschäpe (Foto: dapd)

Gibt es eine direkte Verbindung von Beate Zschäpe zum Duisburger Anschlag?

Die Duisburger Staatsanwaltschaft überprüft einen Mordanschlag aus dem Jahr 2003 auf Verbindungen zu der Zwickauer Neonazi-Zelle. Das sagte Sprecher Detlef Nowotsch am Samstag und bestätigte insoweit einen Bericht der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ). Es handele sich um eine Routineüberprüfung, so wie auch andere ungeklärte Fälle derzeit auf eine Täterschaft der Zwickauer Neonazis untersucht würden. Grund für die Überprüfung sei das damals verwendete Tatwerkzeug.

Am 15. Dezember 2003 war ein türkischstämmiger Gastwirt in Duisburg-Meiderich in eine Selbstschussfalle gefahren. Er überfuhr einen Draht, der einen in der Nähe aufgebauten Schussapparat auslöste. Der Mann überlebte nur schwer verletzt. Der Schuss, der durch die Windschutzscheibe ging, traf laut WAZ den Gastwirt nur in den Oberarm, weil er sich gerade nach seinem heruntergefallenen Handy gebückt hatte. Das Opfer wurde schwer verletzt. Obwohl die Polizei zahlreiche Spuren in das private und wirtschaftliche Umfeld des Opfers verfolgte, verliefen die Ermittlungen damals erfolglos. Die Experten der Polizei fanden allerdings Hinweise, dass die Selbstschussanlage bereits mehrfach genutzt worden war.

Verräterischer Fund in Zwickau

Die WAZ berichtet nun, ein ähnlicher Schussapparat sei in dem Haus im sächsischen Zwickau gefunden worden, das die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe angezündet hatte, die inzwischen in Haft sitzt. Zschäpe ist Mitglied der Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU).

Die Nazi-Terrorzelle war im November aufgeflogen. Der Generalbundesanwalt macht sie für zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge und 14 Banküberfälle verantwortlich. Neun der Todesopfer waren Migranten aus der Türkei und Griechenland, das zehnte Todesopfer war eine Polizistin in Heilbronn. Weitere Tötungsdelikte des Neonazi-Trios Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe schließt das Bundeskriminalamt nicht aus.

Wie das Magazin "Focus" berichtet, hat das Bundeskriminalamt neue Hinweise auf eine Urheberschaft des Terror-Trios für den Nagelbombenanschlag 2004 in Köln. Die Dateinamen von Videosequenzen auf dem Computer Zschäpes wiesen auf ihre mutmaßlichen Mittäter hin, schreibt das Magazin.

kle/re (dpa)

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