1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Amerika

Spur des Attentäters führt nach Europa

Nach dem vereitelten Anschlag auf ein Passagierflugzeug sind in den USA die Sicherheitsregeln für den Luftverkehr verschärft worden. Auch in Europa wird der Vorfall geprüft. In London wurden Spuren des Täters gesichert.

Bundespolizist in Frankfurt/Main mit einer Maschinenpistole (Archivfoto: AP)

Strengere Sicherheitsregeln auch in Deutschland?

Das Weiße Haus in Washington erklärte, man gehe von einem versuchten Terrorakt aus. Landesweit sollten die Sicherheitsvorkehrungen für Inlands- und internationale Flüge verschärft werden. Auch das Bundesinnenministerium untersucht den Vorfall an Bord der US-Verkehrsmaschine. "Wir prüfen, ob wir unsere Luftsicherheitsstandards punktuell erhöhen", sagte eine Ministeriumssprecherin am Samstag (26.12.2009) in Berlin. "Wir gehen nach wie vor von einer hohen Gefährdung für Deutschland aus", fügte die Sprecherin hinzu. Man sehe aber nicht, dass sich die Sicherheitslage verschärft habe.

EU-Kommission: "Wachsam bleiben!"

Auch die EU-Kommission will den Vorfall untersuchen und prüfen, ob beim Zwischenstopp des Nigerianers in Europa alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden. "Ich bin entsetzt über die versuchte Terrorattacke", erklärte EU-Innen- und Justizkommissar Jacques Barrot. Die EU-Behörde sei mit den verantwortlichen Stellen in den Niederlanden und in den USA in Kontakt. Der Vorfall zeige, dass man im Kampf gegen den Terrorismus wachsam bleiben müsse.

Die Flughafenbehörde in Nigeria hatte zuvor bereits erklärt, alle Reisenden und ihr Gepäck seien vor dem Start überprüft worden. Das Vorgehen entspreche den Sicherheitsstandards. Medienberichten zufolge musste der mutmaßliche Attentäter bei seinem Zwischenstopp in Amsterdam zudem spezielle Sicherheitskontrollen passieren, die nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 eingerichtet und später verschärft worden waren.

Verbindung zu El Kaida?

Airbus der Fluggesellschaft Delta auf der Landebahn in Detroit (Foto: AP)

Sicher gelandet: Der Delta-Airbus in Detroit

Der 23-jährige Nigerianer hatte am Freitag kurz vor der Landung in Detroit versucht, einen Airbus der US-Gesellschaft Delta Airlines zum Absturz zu bringen. Der Mann habe an Bord der mit fast 300 Menschen besetzten Maschine versucht, eine Mischung aus Pulver und einer Flüssigkeit zu zünden und zur Explosion zu bringen.

Augenzeugen berichteten von dramatischen Minuten in dem Flugzeug. Ein junger Mann habe sich geistesgegenwärtig auf den Nigerianer geworfen, als er die an seinem Bein befestigte Substanz in Brand setzen wollte. Er habe den Mann innerhalb von Sekunden überwältigt. Andere Fluggäste berichteten, es habe einen Knall wie von einem Feuerwerkskörper oder einem platzenden Ballon gegeben, bevor der Mann überwältigt worden sei.

Über die Hintergründe der Tat gibt es bisher keine gesicherten Informationen. Der Attentäter selbst erklärte nach Angaben der US-Behörden, er sei von El Kaida instruiert worden, die Maschine auf amerikanischem Boden in die Luft zu sprengen. Ob er tatsächlich Verbindung zu dem Terrornetzwerk hat, ist aber unsicher. Es könne sich auch um einen Einzeltäter handeln, hieß es bei den zuständigen Behörden. Der Mann soll bereits in mindestens einer Datenbank des Geheimdienstes geführt werden. Er stand nach Angaben aus Geheimdienstkreisen aber nicht unter besonderer Beobachtung.

Spur führt nach Europa

Nach dem vereitelten Anschlag hat die britische Polizei am Samstag Spuren des Täters in London gesichert. Der 23-Jährige soll in der britischen Hauptstadt Maschinenbau studiert haben. "Wir arbeiten eng mit den US-Behörden zusammen", sagte eine Polizeisprecherin in London. Personen aus dem Umfeld des Verdächtigen würden befragt und seine Wohnung durchsucht. Der Nigerianer war in seiner afrikanischen Heimat gestartet und dann nach einem Zwischenstopp in Amsterdam mit dem von Delta betriebenen Flug 253 der Gesellschaft Northwest Airlines nach Detroit weitergeflogen.

Autor: Frank Wörner (dpa, apd, afp, rtr)
Redaktion: Ulrike Quast

Audio und Video zum Thema