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Politik & Gesellschaft

"Springer" veröffentlicht Fragen an Wulff

Die Springer-Blätter "Die Welt" und "Welt am Sonntag" sind in die Offensive gegangen: Sie veröffentlichten ihre Fragen und erhaltenen Antworten zur Affäre um Bundespräsident Wulff jetzt im Internet.

Bundespräsident Wulff und seine Frau Bettina begrüßen am Donnerstag beim Neujahrsempfang auf Schloss Bellevue Kanzlerin Merkel (Foto: dapd)

Die Kanzlerin stärkte Wulff gestern nochmals den Rücken

Seit Donnerstagabend kann jeder auf den Seiten von "Welt Online" nachlesen, welche Fragen die zum Springer-Konzern gehörenden Zeitungen "Die Welt" und "Welt am Sonntag" in der Kredit- und Medienaffäre von Bundespräsident Christian Wulff gestellt haben. Auch die Anworten von Wulffs Anwälten sowie der BW-Bank, die Wulff bei der umstrittenen Finanzierung seines Eigenheimes half, sind dort zu finden.

"Recht am eigenen Wort"

Zur Begründung heißt es:" Die "Welt"-Gruppe hat jetzt entschieden, von ihrem Recht am eigenen Wort Gebrauch zu machen und alle Fragen und Antworten im Internet zu veröffentlichen. Die Dokumentation zeigt, wie karg manche Antworten ausfielen, und dass selbst Anworten auf Nachfragen bis heute vieles im Unklaren ließen."

Der Bundespräsident steht wegen eines Privatkredits für sein Haus, kostenloser Urlaube bei Freunden aus der Wirtschaft und seines Umgangs mit den Medien seit einem Monat in der Kritik. Zuletzt konzentrierten sich die Vorwürfe darauf, dass Wulff vor gut einer Woche in dem Interview der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF Transparenz angekündigt und gesagt hatte: "Morgen früh werden meine Anwälte alles ins Internet einstellen. Dann kann jede Bürgerin, jeder Bürger jedes Detail zu diesen Abläufen sehen und bewertet sehen, auch rechtlich."

Wulffs Anwalt Gernot Lehr lehnte die Veröffentlichung aller Informationen jedoch ab. Er argumentierte, eine Offenlegung der Antworten auf die Anfragen von Journalisten verletze deren Recht am eigenen Wort und am Schutz ihrer Rechercheergebnisse oder -ziele.

"Wulff nicht mehr unbefangen"

Bundeskanzlerin Angela Merkel stärkte dem Bundespräsidenten am Donnerstag nochmals den Rücken. Nach Auffassung des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel kann Wulff sein Amt allerdings nicht mehr unbefangen ausüben. "Christian Wulff wohnt zwar noch im Schloss Bellevue, aber das, was in den letzten 60 Jahren einen Bundespräsidenten ausgemacht hat, repräsentiert er nicht mehr und wird es auch nicht mehr repräsentieren", sagte Gabriel der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

Neue Vorwürfe

Unterdessen droht Wulff neuer Ärger: Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, fordert die SPD-Fraktion im niedersächsischen Landtag Aufklärung zu einer Urlaubsreise im Jahr 2007. Dabei geht es um ein Upgrade von der Economy- in die Business-Class, das der damalige niedersächsische Ministerpräsident, seine heutige Ehefrau Bettina und deren Sohn während eines Fluges von Miami nach Frankfurt erhalten haben sollen.

Dafür setzte Wulff nach Angaben seiner Anwälte privat erworbene Bonusmeilen ein. Laut "Bild" hätte er dafür aber zuvor 210.000 Euro mit seiner Lufthansa-Kreditkarte umsetzen müssen.

Autorin: Susanne Eickenfonder (afp, dpa, dapd)
Redaktion: Christian Walz/Thomas Grimmer

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