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Amerika

Sprengstoff im Wahlkampf

Das Verschwinden von 380 Tonnen Sprengstoff aus einem Waffenlager im Irak entwickelt sich zum Sprengsatz im US-Wahlkampf. Das Pentagon räumt die Verwicklung eines US-Soldaten ein. John Kerry wirft Bush Versagen vor.

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Munitionsbunker El-Kakaa: Noch sind nicht alle Fakten bekannt


Das US-Verteidigungsministerium kann den Verbleib von 380 Tonnen Sprengstoff aus dem El-Kakaa-Munitionsdepot bei Bagdad derzeit nicht erklären. In das Verschwinden ist nach Angaben des Pentagon zudem offenbar ein US-Soldat verwickelt. Ein Soldat der dritten Divison der Infanterie habe zugegeben, am oder um den 13. April 2003 dabei geholfen zu haben, rund 200 Tonnen des explosiven Materials aus dem Lager beiseite zu schaffen, sagte Pentagon-Sprecher Lawrence DiRita am Freitag (29.10.2004) in Washington.

Videobilder aus El-Kakaa

Bisher hatten die Verantwortlichen stets erklärt, das explosive Material sei bereits vor Beginn des Krieges von den Irakis selbst aus den entsprechenden Bunkern entfernt worden. Doch jetzt sind Videobilder aufgetaucht, die zeigen wie US-Soldaten am 18. April vergangenen Jahres einen versiegelten Munitionsbunker in El-Kakaa betreten. Der lokale Fernsehsender KSTP-TV aus Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota zeigte die Videoaufnahmen. Das Filmteam war nach Angaben von Mitarbeitern in Begleitung von Luftlandegruppen der Amerikaner im Irak gewesen.

"Abenteuerliche Anschuldigungen"

Waffenfund in Irak

Beständige Gefahr: Sprengstoff und Munition im Irak

Die Geschichte des verschwundenen Sprengstoffs entwickelt sich für Präsident Bush zum gefährlichen Sprengsatz in der Endphase des Wahlkampfes. John Kerry hat Bush in den letzten Tagen beständig vorgeworfen, dass der US-Präsident mit seiner Sicherheitspolitik gescheitert sei. "Ihre Regierung war gewarnt gewesen, aber sie haben diese Sprengstoffe nicht weiter ernst genommen", sagte der demokratische Präsidentschaftskandidat. Bush wies die "abenteuerlichen Anschuldigungen" zurück.

Neue Informationen

Der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, sagte derweil, der verschwundene Sprengstoff sei möglicherweise von US-Soldaten zerstört worden. "Ich glaube, dies ist eine reelle Möglichkeit", sagte er am Rande eines Wahlkampfauftrittes von US-Präsident George W. Bush in Manchester im US-Bundesstaat New Hampshire. Es gebe zwar neue Informationen, aber dennoch seien nicht alle Fakten bekannt. Mit Blick auf den Bush-Herausforderer John Kerry warnte der Sprecher vor voreiligen Schlussfolgerungen.

Bush in der Defensive

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) hatte die USA beschuldigt, nicht ausreichend für die Sicherheit der Munitionsbestände in El-Kakaa gesorgt zu haben. Die neuen Informationen setzen Präsident Bush nun unter Druck. Denn wer in der Endphase eines Wahlkampfes Erklärungen abgeben muss, der ist offensichtlich in Schwierigkeiten. (mb)

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