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Deutschlehrer-Info

Sprachtest für ausländische Ärzte

Weil es in Deutschland zu wenige Ärzte gibt, werden immer mehr Mediziner im Ausland angeworben. Doch wer in Deutschland arbeiten will, soll zukünftig einen Sprachtest absolvieren. Vorbild ist das Land NRW.

Seit einigen Jahren fehlen in vielen Regionen Deutschlands immer mehr Ärzte und Pfleger. Da die ausgebildeten deutschen Mediziner und Pfleger den Bedarf an Fachkräften nicht abdecken, wirbt man im Ausland um medizinisches Personal. Vor allem im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) ist der Mangel groß. Rund 1000 Klinikärzte fehlen dort, und bereits jeder achte Arzt stammt aus dem Ausland. Durch Jobmessen versucht das Bundesland gezielt, Personal anzuwerben. Besonders die Suche in Griechenland läuft erfolgreich, da in diesem Land viele Mediziner einen Job suchen.

Doch für viele ausländische Ärzte und Pfleger ist die deutsche Sprache eine Barriere. Diese zu überwinden, hält NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens für notwendig. «Missverständnisse aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse können im Gesundheitssystem fatale Folgen haben», sagte sie kürzlich.

In Nordrhein-Westfalen müssen die ausländischen Jungärzte bereits eine Fachsprache-Prüfung in Deutsch ablegen. Erst dann wird ihr Abschluss als Arzt anerkannt. In Nordrhein-Westfalen nehmen derzeit rund 190 Anwärter an einem der 20 Sprachkurse teil. Dort werden sie darauf vorbereitet, was sie bei einem Sprachtest erwartet: Das Führen eines Patientengesprächs mit vorheriger Textvorbereitung und das Schreiben eines Arztbriefes. Dieser Sprachtest soll bald auch in der ganzen Bundesrepublik einheitlich gelten.

Wer den Test nicht besteht, darf jedoch voraussichtlich bis zur Wiederholungsprüfung nicht mehr im Krankenhaus in Deutschland als Arzt tätig sein. Stattdessen kann er lediglich als Gastarzt die praktizierenden Ärzte begleiten. Klinikmanager Stefan Grave aus dem Dortmunder Knappschaftskrankenhaus befürchtet, dass diese Bedingungen die ausländischen Ärzte abschrecken könnten: «Das macht Deutschland nicht unbedingt für Ärzte attraktiver», sagt Grave. Im Vergleich zu Großbritannien oder den skandinavischen Ländern sei das schon eine Hürde.

lb/ip (dpa)