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Europa

Sprachstreit sorgt für neue Probleme

Den militärischen Kampf um mehr Freiheiten haben die Kurden verloren. Nun bescheren kurdische Aktivisten mit einem von ihnen entfachten Sprachstreit der Türkei aber neue Probleme.

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Mesut Yilmaz, türkischer Vize-Premier

Die kurdischen Aktivisten haben eine sogenannte "Friedens-Initiative" gestartet, verbunden mit der Forderung nach "zivilem Ungehorsam". Konkret bedeutet dies: Die Amtsstuben von Universitäten und Oberschulen in der Türkei werden mit Anträgen von Studenten, Schülern und Eltern mit der Forderung nach Ausbildung in kurdischer Sprache zugeschüttet.

In den Begründungen der Anträge heißt es, die Kommunikation zwischen Kindern und Eltern werde wegen der fehlenden Ausbildung in kurdischer Sprache immer schwerer. Innenminister Rüstü Kazim Yücelen dagegen sprach von einem "neuen Versuch, die Türkei in Europa in Schwierigkeiten zu bringen". Er schrieb seinen Gouverneuren in den 81 Provinzen des Landes, die Aktion sei "verfassungswidrig" und etwaige Demonstrationen seien "zu unterbinden".

Harte Reaktionen

Damit löste die Regierung eine Welle äußerst harter Aktionen von Polizei und paramilitärischer Gendarmerie gegen aufkeimende Protestversammlungen aus. Nicht jeder türkische Politiker ist damit zufrieden. Der noch von einer Reihe von Verbotsverfahren gegen sich und gegen seine "Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung" bedrohte gemäßigte Islamistenführer Recep Tayyip Erdogan zum Beispiel sieht keine Hindernisse für kurdischsprachigen Unterricht.