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Sprachbar

Sprachliche Schriftübung

Eine schöne Handschrift, die richtige Rechtschreibung, die Schriftsprache und Schriftzeichen: die Schrift begleitet jeden von uns täglich. Auch im Computerzeitalter.

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Sprachliche Schriftübung

Dieser Text ist mit einem Computerprogramm geschrieben, in der Schriftart Georgia und der Schriftgröße 12. Schaut man sich um, findet man aber auch Texte in anderen Schriftarten und Schriftgrößen. Fest geregelt ist seit 2007 in Deutschland jedoch, wie Wörter geschrieben und Zeichen gesetzt werden.

Die Rechtschreibung

Ein junger Schüler steht vor einer Tafel und schreibt das wort guß nach alter und neuer Rechtschreibung. Außerdem das Wort Brennessel, bei dem er einen Buchstaben, das zweite s vergessen hat. picture-alliance/dpa/J. Büttner

Aus „alt“ mach „neu“

Bis 1996 galt die „alte“ Rechtschreibung. Erstmals 2004 wurden einige Regeln geändert, weitere Schreibweisen zugelassen. 2006 wurde das Regelwerk dann nochmals, aber viel umfangreicher überholt. Seit 2007 ist die neue Rechtschreibung verbindlich – zumindest in Schulen und Behörden.

Denn vor allem diejenigen, die noch die „alte“ Rechtschreibung pauken mussten, ertappen sich dabei, mal „falsch“ zu schreiben. Der Satz einer früheren Schulministerin: „Jeder kann schreiben wie er will und wie er denkt, dass er verstanden wird“ dürfte allerdings – zumindest in den oben genannten Bereichen nicht zutreffen.

Das Schreiben: die Tätigkeit und der offizielle Brief

Zu welchen Lösungen jeder Einzelne für sich auch kommen mag: Die Schrift und das Schreiben wird in jedem Fall auch weiterhin nötig sein, um sich – wie das so schön heißt – nonverbal mitzuteilen. Allerdings geht es hier schon los: dem manchmal kleinen, aber feinen Unterschied, ob etwas groß- oder kleingeschrieben wird.

So ist beispielsweise „Schreiben“ mit großem „S“ das Ergebnis von „schreiben“ mit kleinem „s“. Alles klar? Also: Jemand schreibt, vielleicht sogar mit einem richtigen Schreibgerät, einem Schreibstift beispielsweise einen Brief. Dieser, der Brief, ist ein Schreiben. Wie auch die schriftliche Bitte ans Finanzamt um Verlängerung der Abgabefrist für die Steuer. Dieses Schreiben wird man aber nicht handschriftlich, sondern in der Regel mithilfe eines Schreibprogramms auf dem Computer verfassen.

Die Schrift: von der Keil- und Runenschrift zu Schriftzeichen

Finger tasten über die Seiten eines Buchs in Blindenschrift. picture-alliance/blickwinkel/McPhoto

Die Schriftzeichen Blinder: die Braille-Schrift

Schrift dagegen ist ganz allgemein etwas, das in bestimmter Form niedergeschrieben wurde. Dazu bedarf es der Schriftzeichen. Zum Beispiel der lateinischen, die in den meisten romanischen, germanischen, slawischen und finno-ugrischen Sprachen verwendet werden – oder der kyrillischen, griechischen, japanischen, chinesischen und noch anderer mehr.

Die Keil- und Runenschrift wollen wir nicht unterschlagen. Denn der Tätigkeit, etwas in Runen zu ritzen, verdanken die Engländer das Wort „write“. Das uralte „wrītan“ bedeutete so viel wie „ritzen“, „reißen“. Übrigens wurde nach sehr strengen Regeln in die Steine geritzt. Sonst könnte man zum Beispiel die unter Fachleuten bekannte Ogham-Schrift nicht entziffern. Von ihr gibt es 500 meist in Stein gehauene Zeugnisse, die im Süden Irlands zu sehen sind.

Die Schrift: von der Schreibfeder zur Mailnachricht

Von dieser aus dem vierten Jahrhundert vor Christus stammenden Steinschrift bis hin zu unserer verhältnismäßig jungen Schreib- und Druckschrift ist eines allen Schriften gleich geblieben: Sie sind das Medium, mit dem Sprachliches aufgezeichnet wurde und wird.

Ob kunstvoll alte Handschriften aus den Klöstern, ob der mit Schreibfeder in unverwechselbarer handschriftlicher Form verfasste Liebesbrief oder die als E-Mail auf dem Bildschirm auftauchende Nachricht: Alles hat mit Schrift zu tun.

Die persönliche Handschrift

eine Frau im Hochzeitskleid sitzt auf einem Stuhl und unterschreibt im Standesamt die Heiratsurkunde. picture-alliance/dpa/H. Wiedl

Die persönliche Unterschrift ist auch nach einer Eheschließung gefagt

Auch wenn bei einer E-Mail das Persönliche, das in einer Handschrift zum Ausdruck kommen kann, auf der Strecke bleibt. Denn aus Schriftzügen können Graphologen alles Mögliche herauslesen. Übrigens: Die neue Rechtschreibung lässt hier auch den „Grafologen“ mit einem „f“ statt einem „ph“ zu.

Doch etwas hat sich noch erhalten: Nach wie vor ist die, wie es im Amtsdeutsch heißt, eigenständige Unterschrift unverzichtbar. Bei wichtigen amtlichen Schriftstücken im juristischen Schriftverkehr zum Beispiel, bei eidesstattlichen Erklärungen und natürlich bei dem einen oder anderen Bankgeschäft.

Die Schrift und ihre Vorsilben

In diesem Zusammenhang wollen wir zwei Fachausdrücke nicht unerwähnt lassen: Lastschrift und Gutschrift, also das Geld, mit dem ein Konto belastet wird, das man bezahlen muss, und das Gegenteil: das Geld, das dem Konto gutgeschrieben wird, das man bekommt.

Diese beiden Beispiele zeigen noch etwas anderes: dass sich durch die Vorsilbe auch die Wortbedeutung ändert und sich neue Wörter und Begriffe ergeben. Beispiele hierfür sind: die Abschrift, Reinschrift, Umschrift, Inschrift und die Überschrift. Damit nun innerhalb eines Sprachraums alles, was da so geschrieben wird, verstanden werden kann, bedarf es einer einheitlichen Regelung. Der Schriftsprache nämlich.

Das Schriftdeutsch

Im deutschen Sprachraum ist das das Hoch- oder Schriftdeutsch. Es ist die alle Mundarten und Dialekte übergreifende Sprache, die es auch und gerade als Schriftsprache jedem ermöglicht, sich mit einem anderen zu verständigen. Und da spielen die richtigen Rechtschreibregeln eine eher untergeordnete Bedeutung. Oder?




Arbeitsauftrag
Bearbeitet in eurer Lerngruppe den Beitrag von Sebastian Böhmer „Die Magie der Handschrift – Warum Goethe Autographe sammelte“: http://bit.ly/1TB0fNl. Erstellt eine schriftliche Zusammenfassung. Diskutiert anschließend in eurer Lerngruppe darüber, wie wichtig es heutzutage noch ist, mit der Hand zu schreiben.

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