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Sprachbar

Sprachliche Osterköstlichkeiten

Ostern ist eines der wichtigsten religiösen Feste. Sprachliebhabern bietet es eine Fundgrube an Begriffen. Was aber haben etwa Osterhase und Osterlamm, Osterfeuer, Osterglocke und Osterinsel mit Ostern zu tun?

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Sprachliche Osterköstlichkeiten – die Folge als MP3

Ostern ist ein Fest, an dem Christen in aller Welt die Auferstehung von Jesus Christus von den Toten feiern. Ostern ist aber auch verbunden mit zahlreichen Bräuchen, die manchmal sehr, sehr alt sind, oder auf Aberglauben zurückgehen. Taucht ein Osterbegriff in der Sprache auf, ist sofort klar, dass er in der einen oder anderen Form irgendetwas mit diesem Fest zu tun haben muss.

Der Osterhase bringt die Ostereier

Ein Junge entdeckt ein Nest mit Ostereiern im Garten

Manche Osternester sind schwer zu finden

Zuallererst gehört dazu der Osterhase. Die meisten Köstlichkeiten an Ostern bringt beziehungsweise legt der Osterhase – zumindest in der Vorstellung der Kinder, Erwachsene wissen das natürlich besser! Der „Osterhase“ versteckt nämlich der Tradition entsprechend Osternester im Garten oder Park, manchmal geht's auch in der Wohnung, wenn man keinen Garten oder Park in der Nähe hat. In den Nestern liegen Eier, genauer Ostereier.

Diese bestehen entweder aus Schokolade oder es sind schön bunt eingefärbte, manchmal mit allerlei bunten Stickern beklebte Hühnereier, am Besten natürlich in Bio-Qualität. Außerdem dürfen natürlich noch andere süße Leckereien in den Osternestern nicht fehlen. Die Suche macht nicht nur Kinder glücklich. Auch Erwachsene haben ihren Spaß – beim Verstecken der Osternester versteht sich. Denn die schokoladigen Köstlichkeiten sind eigentlich ja für die Kleinen bestimmt. Obwohl… Naschen kann man doch wohl, oder?

Das Osterlamm – süß oder herzhaft

Ein gebackenes süßes Osterlamm

Das „süße“ Osterlamm

Was ebenfalls sprachlich mit Ostern verbunden ist, ist das Osterlamm. Es ist ein Symbol für die Auferstehung von Jesus Christus, und da diese an Ostern gefeiert wird, gibt es das Osterlamm auch nur dann zu essen. Man findet es in einer herzhaften und einer süßen Variante: als Lammfleisch mit Beilagen beziehungsweise als Kuchen – oft mit Puderzucker bestreut –, der aussieht wie ein liegendes Lämmchen. Mancher macht sie die Mühe, so ein Osterlamm selbst zu backen, denn so schwer ist das nicht.

Das „süße“ Osterlamm wird traditionell am Ostersonntag zum Frühstück gegessen. In manchen Gegenden in Süddeutschland wird es mit in die Kirche genommen und in einem Osternest mit anderen Osterköstlichkeiten an den Altar gestellt und dort vom Priester mit Weihwasser geweiht. Ob es dann besser schmeckt, darüber lässt sich mit Sicherheit streiten.

Das Osterfeuer

Osterfeuer

Sie brennen an Ostern: die Osterfeuer

An Ostern leuchten in fast ganz Deutschland auch die Osterfeuer. Dieser Brauch, der von der Kirche später übernommen wurde, geht vermutlich auf eine heidnische Tradition zurück. Mit dem Osterfeuer wird – zumindest symbolisch – der Winter vertrieben. In der Osternacht, also in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag, besuchen Gläubige die Kirchen. In vielen Regionen wird vor der Kirche ein großes Feuer angezündet, an dem der Priester die Osterkerze entzündet. Sie steht symbolisch für Jesus Christus als „Licht der Welt“.

In den Bereich „Aberglauben“ fällt dagegen der Brauch des Osterbades. Wer an Ostern badet, hofft darauf, schön zu werden. Früher glaubte man auch daran, dass, wer am Ostersonntag bei Sonnenaufgang ein Osterbad nimmt, vor den Bissen einer Kreuzotter geschützt ist. Die Sache hatte nur einen Haken: Man durfte nicht vergessen, dreimal den Spruch zu sagen „Wurm, Wurm geh in dein Nest, ich bin im Osterbad gewest“!

Politisches Ostern: die Ostermärsche

Mit Ostern verbunden sind auch die Ostermärsche. In Deutschland und anderen Ländern gehen die Menschen jährlich an den Osterfeiertagen auf die Straße, um für eine bestimmte Sache einzutreten. Jedes Jahr gibt es ein anderes Thema.

Ende der 1950er Jahre fand in Großbritannien der erste Ostermarsch als Protest gegen die atomare Aufrüstung statt. In Deutschland hatte die Bewegung ihren Höhepunkt zwischen 1979 und 1983, als Zehntausende gegen die Lagerung von amerikanischen Atomwaffen in Deutschland demonstrierten.

Keine Osterglocken auf der Osterinsel

Mehrere Steinfiguren (Moais) auf den Osterinseln

Sie sind weltberühmt: die Moais auf den Osterinseln

Auch die Osterinsel, eine Insel im Südostpazifik, die zu Chile gehört, hat etwas mit Ostern zu tun. Sie soll ihren Namen erhalten haben, weil ihr Entdecker, der Holländer Jacob van Roggeveen am Ostersonntag im Jahr 1722 mit drei Schiffen anlegte. Berühmt ist die Osterinsel für die riesigen Steinfiguren, die Moais. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, welchen Zweck sie erfüllen sollten.

Nicht nur eine Insel verdankt ihren Namen Ostern, sondern auch eine Blumensorte. Über sie freuen sich alle diejenigen, die vom Grau des Winters genug haben: Die Rede ist von der Osterglocke. Die gelbe Narzisse wird so genannt, da sie in der Regel sehr zuverlässig zu Ostern blüht und ihre große, gelbe Blüte an die Form einer Glocke erinnert. Was hingegen kaum einer möchte ist ein weißes Ostern, also wenn im März oder April Schnee liegt. Früher gab es da eine alte Bauernregel: Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee. Aber bekanntlich hält sich das Wetter ja nicht an Bauernregeln.

Fallen Ostern und Pfingsten…

Apropos Sprichwörter: Wer zu hören bekommt „Wenn Ostern und Pfingsten auf einen Tag fallen, dann…“, sollte sich Gedanken machen. Denn egal, was auf das „dann“ folgt: Es wird niemals in die Tat umgesetzt. Pfingsten wird am fünfzigsten Tag nach Ostern gefeiert. In diesem Sinne: Frohe Ostern!





Arbeitsauftrag
Spielt in eurer Lerngruppe ein Osterpiel: Im PDF findet ihr ein besonderes „Osterei“. Eine Schülerin/ein Schüler stellt sich an die Tafel. Sie/er denkt sich ein „Osterwort“ aus, zum Beispiel „Osternest“. Für jeden Buchstaben des Wortes wird ein Strich an die Tafel gemalt . Dann gibt die Gruppe einen Buchstaben vor. Falls er in dem Wort enthalten ist, trägt die Schülerin/der Schüler diesen überall dort ein, wo er vorkommt. Für jeden falsch genannten Buchstaben werden zunächst der Kreis, dann die Augen, der Mund und zuletzt die Füße gemalt. Erst wenn ein Wort erraten ist, findet ein Wechsel an der Tafel statt.

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