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Sprachbar

Sprache

Jede Sprache hat ihre Gesetzmäßigkeiten, ist ein Regelsystem – und das ermöglicht es uns, Sätze zu verstehen, die wir so noch nie vorher gehört haben, oder eben auch Sätze zu bilden, die noch nie gesprochen wurden.

Angenommen die Sprechwerkzeuge, also die Organe und Körperteile, die zum Sprechen benötigt werden, wie Lippen, Zunge und Stimmbänder, sind gesund und normal entwickelt, dann ist jeder Mensch in der Lage zu sprechen. Art und Dauer des Sprechenlernens wird auch Spracherwerb genannt.

Jeder kann alles – theoretisch

Aufgrund seiner besonderen geistigen und physischen Beschaffenheit kann der gesunde Mensch jede, aber auch wirklich jede Sprache erlernen. Der sprachwissenschaftliche Begriff für diese dem Menschen eigene Fähigkeit beruht auf dem von Noam Chomsky so bezeichneten "language acquisition device".

Die Spracherwerbsfähigkeit ist ein erstaunliches Phänomen. Wie ist es möglich, dass – nur ein einziges Beispiel – ein Kind chinesischer Eltern, das in Frankreich geboren wird und aufwächst, ohne Weiteres die französische Sprache erlernen und sprechen kann? Da darf man auch die Frage stellen, ob die chinesische Sprache noch seine Muttersprache ist, wenn die Eltern nur französisch mit ihm reden. Aber dies streift bereits ein Thema der Sprachphilosophie.

Sprache als System

Wie auch immer: Jede Sprache hat ihre Gesetzmäßigkeiten. Sprache ist ein Regelsystem, das mit seinen endlichen Mitteln unendliche Möglichkeiten bietet. Man kann sich dieses Phänomen der Sprache auf folgende Art und Weise anschaulich machen: Wir können, ob in unserer Muttersprache oder auch in einer Fremdsprache, die wir erlernen, Sätze verstehen, die wir noch nie zuvor gehört haben. Wir können ebenso neue, noch nie gesprochene Sätze bilden. Das klingt phantastisch, ist aber tagtägliche Sprachwirklichkeit und sozusagen im Selbstversuch nachprüfbar.

Sprache als Tätigkeit des Sprechens ist aber nur ein Teil dessen, was man unter Sprache versteht. Sprache ist die Gesamtheit lautlicher Ausdrucksmittel, die in unterschiedlicher Gestalt und Ausprägung, aber jeweils als geschlossenes System den Menschen zur Verfügung stehen: In Form der Landessprachen. Als französische, englische, japanische, russische Sprache, als Sprachen Afrikas und so weiter.

Was wäre Völkerverständigung ohne Sprachkenntnisse?

Unbestritten sind Fremdsprachenkenntnisse nicht nur ein Mittel zur unmittelbaren Verständigung. Sie sind bestens geeignet, um sich kennen- und achten zu lernen. Völkerverständigung geht niemals ohne sprachliche Verständigung. Die bildhaften Sprachbarrieren, die diesem Ziel im Wege stehen, sollen möglichst umfassend abgebaut werden.

Man muss aber beileibe nicht fließend eine Fremdsprache sprechen können. Das sprichwörtliche Sprechen mit Händen und Füßen ist durchaus hilfreich, wenn Wortschatz und Grammatikkenntnisse in anderen Sprachen noch nicht oder nicht ganz ausreichen. Verstanden wird man meist irgendwie schon. Die Gebärdensprache verstehen vor allem taub-stumme Menschen.

Sprachliche Wendungen über Sprache

Wenn jemand eine andere Sprache spricht, ist dies nicht unbedingt wörtlich zu verstehen. Redensartlich bedeutet eine andere Sprache sprechen, dass man aneinander vorbeiredet. Der eine hat eine Auffassung von etwas, ein anderer sieht die Sache aber anders. Beide meinen jedoch, dass dasselbe zu meinen.

Mit der Sprache herausrücken, also sagen, was Sache ist oder ein Thema deutlich zur Sprache bringen: Das sind Redensarten, deren Aufforderungscharakter sich ebenfalls nicht unbedingt auf die Sprache selbst bezieht. Sie bezeichnen mehr eine Haltung zu einer Sache, zu einem Thema. Mitunter können so direkte, unverblümte Äußerungen einem die Sprache verschlagen, man ist geradezu sprachlos. Aber das ist zum Glück kein Dauerzustand.

Fragen zum Text

Einer Völkerverständigung steht am ehesten entgegen …

1. der Spracherwerb.

2. die Sprachbarriere.

3. die Sprachwissenschaft.

Eine Sprache, die ohne Laute auskommt, ist die ...

1. Muttersprache.

2. Weltsprache.

3. Gebärdensprache.

Wem es die Sprache verschlägt, der ...

1. verspricht sich.

2. weiß vor Überraschung nichts mehr zu sagen.

3. hat die Sprachfähigkeit verloren.

Arbeitsauftrag

Spielen Sie zum Festigen von sprachlichen Strukturen ein Sprachspiel, zum Beispiel indem Bandwurmsätze gebildet werden: Ein Kursteilnehmer nennt ein Wort oder eine Wortgruppe als Satzbeginn und die übrigen Teilnehmer verlängern den Satz jeweils um ein weiteres Wort.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

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