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Porträts Lehrerverbände

Språklärarnas Riksförbund

Der schwedische Fremdsprachenlehrerverband arbeitet nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stark. Der Verband vereint acht moderne Fremdsprachen unter einem Dach und kämpft so für mehr Sprachen im Schulalltag.

Corina Löwe ist dem „Bullerbü-Syndrom“ verfallen, wie sie selbst lachend erzählt. Die Deutsche ist nach Schweden ausgewandert, wo sie heute gemeinsam mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt. Die Leiterin der Deutsch-Sektion des schwedischen Fremdsprachenlehrerverbandes arbeitet als Deutschlehrerin an der Universität.

Deutsche Welle: Frau Löwe, Sie leben jetzt schon lange in Schweden. Ist es wirklich so idyllisch, wie sich das viele Deutsche vorstellen?

Corina Löwe: Schweden ist schon ein schönes Land. Auch die Bedingungen, was Kinderbetreuung etc. angeht, sind natürlich schon vorbildlich. Andererseits ist es natürlich auch so, dass das Bild vieler Deutscher eigentlich auf so einer Urlaubswahrnehmung beruht. Wenn man in dem Land arbeitet, sieht es natürlich auch wieder ein bisschen anders aus. Aber das ist, glaube ich, überall so.

Ihr Verband ist ja kein reiner Deutschlehrerverband, Sie vereinen acht Sprachen unter einem Dach, darunter Spanisch, Französisch, Russisch und Chinesisch. Wieso haben Sie in Schweden sich für dieses Modell entschieden?

Audio anhören 00:34

Hören Sie rein: Corina Löwe erzählt von ihren schönsten Deutschlehrermomenten

Schweden ist ja ein relativ kleines Land gemessen an der Bevölkerungszahl. Das heißt natürlich auch, dass die Zahl der Lehrer nicht besonders hoch ist. Wir sind, glaube ich, einfach schlagkräftiger, wenn wir mehr Leute sind. Und die Bedingungen für die anderen Fremdsprachen sind ähnlich wie beim Deutschen – Englisch natürlich ausgenommen, da es die erste Fremdsprache ist.

Wo haben Sie als so großer Verband dann Ihre Schwerpunkte gelegt? Und wie funktioniert die Zusammenarbeit genau?

Unser Motto und unser Ziel ist die Stärkung der Fremdsprachen in Schule und Gesellschaft. Die Zusammenarbeit funktioniert so, dass wir uns sehr viel online und über Facebook absprechen. Außerdem treffen wir uns regelmäßig im Vorstand und planen dann, was so in der nächsten Zeit anliegt. Momentan organisieren wir eine große Konferenz, die nächstes Jahr stattfinden soll und zu der wir Vertreter der anderen nordischen Ländern einladen werden. Außerdem haben wir immer auch ein Treffen mit den schwedischen Regionalverbänden unseres Landesverbands.

Und wie sehen diese Treffen dann konkret aus? In Finnland gehen die Vertreter ja gerne auch mal gemeinsam in die Sauna.

Gruppenfoto des Vorstands

Der Vorstand des schwedischen Fremdsprachenlehrerverbands

Nein, in die Sauna gehen wir nicht. Aber wir waren beim letzten Mal beispielsweise in so einem kleinen Hotel auf einer Insel, was ganz schön war. Wir sind dann zum Beispiel gemeinsam über die Insel gewandert oder gehen ins Schwimmbad.

Sind Ihnen im Verband solche Dinge neben Tagungen und Konferenzen auch wichtig?

Ja, wir legen großen Wert auf diesen Gemeinschaftsgedanken. Wir sitzen alle in einem Boot und wir kämpfen alle dafür, dass guter Unterricht in Fremdsprachen erteilt wird. Und dann stärkt es natürlich auch die Zusammenarbeit, wenn man solche Treffen organisiert. Dann kann man auch mal eben ganz schnell eine Mail an irgendjemanden schicken und sagen: „Mensch, kannst du mir mal damit helfen?“ So ein Gemeinschaftssinn ist schon ganz wichtig für uns und hilft einfach bei der Arbeit, das erleichtert vieles.

Und in Ihrem eigenen Deutschunterricht, benutzen Sie da manchmal auch die Angebote der Deutschen Welle?

Ja, ab und an gucke ich da mal rein. Mir gefällt vor allem das

„Wort der Woche“

, und es ist interessant, wenn es Artikel über die Dialekte gibt, weil ich nicht so begabt bin, diese nachzumachen. Also, wir schauen dann schon mal auf der Seite und geben das natürlich auch den Deutschlehrern weiter, die auch immer gerne solche Links erhalten, um sie im Unterricht zu nutzen.


Die wichtigsten Infos in Kürze:
Der

schwedische Fremdsprachenlehrerverband

(Språklärarnas Riksförbund) wurde im Jahr 1938 gegründet und hat insgesamt rund 2000 Mitglieder. Von diesen sind circa 600 Deutschlehrer. Der Verband organisiert Tagungen und internationalen Konferenzen und publiziert viermal im Jahr die Zeitschrift „Lingua“.

Vorstandsgremium:
• Helena von Schantz (Geschäftsführerin)
• Mia Smith (stellvertretende Geschäftsführerin)
• Kjell Weinius (Schatzmeister)
• Thérèse Mölsä (Sekretärin)
• Håkan Friberg (Redakteur Lingua)
• Birgitta Milbrink (Verlagskontakte)

Repräsentanten der Sprachen:
• Eva Zetterberg (Englisch)
• Carin Söderberg (Französisch)
• Christina Kjelssdotter Ander (Spanisch)
• Corina Löwe (Deutsch)
• Entela Tabaku Sörman (Italienisch)
• Elisabeth Poignant (Russisch)
• Linda Kajonius (Chinesisch)
• Anna Anu Vik (Muttersprachuntericht)

IDV-Kontaktperson: Corina Löwe; tyska [at] spraklararna.se

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