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Wirtschaft

Spotify wächst und verliert viel Geld

Spotify, der Marktführer unter den Musik-Streamingdiensten, steckt viel Geld in weltweites Wachstum und will nun auch ins Video-Geschäft investieren. Dafür nehmen die Schweden auch tiefrote Zahlen in Kauf.

Der schwedische Musik-Dienst Spotify wächst weiter schnell - schreibt aber auch immer höhere Verluste. So stieg der Umsatz im vergangenen Jahr um 45 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar, wie die "New York Times" am Wochenende unter Berufung auf Angaben des Unternehmens berichtete. Zugleich schwoll der Verlust von 68 auf 197 Millionen Dollar an. Spotify begründete das mit Ausgaben für die Entwicklung neuer Produkte und die internationale Expansion.

Obwohl das 2008 gegründete Unternehmen noch nie einen Jahresgewinn erzielt hat, zählt das "Wall Street Journal" es mit 8,4 Milliarden Dollar (7,4 Milliarden Euro) zu den wertvollsten nicht an der Börse notierten Start-up-Unternehmen. Spotify ist ein sogenannter Streaming-Dienst, bei dem Musik direkt aus dem Netz abgespielt wird. Zum Jahreswechsel hatte Spotify rund 60 Millionen Nutzer, rund jeder Vierte davon war zahlender Abo-Kunde. In der Gratis-Version bekommt man Werbung angezeigt, außerdem ist die Zahl der direkt auswählbaren Songs beschränkt.

Starke Konkurrenten

Angeblich übt die Musikindustrie Druck aus, das Gratis-Angebot weiter einzuschränken. Nach jüngsten Angaben bringen die kostenpflichtigen Abos 91 Prozent der Spotify-Erlöse ein. Das Streaming-Geschäft steht vor dem Einstieg von Apple: Der iPhone-Konzern dürfte voraussichtlich Anfang Juni auf der Entwicklerkonferenz WWDC den internationalen Start seines Musikdienstes Beats ankündigen.

Spotify will Berichten zufolge bald auch ins Videogeschäft einsteigen. Das schwedische Unternehmen werde am 20. Mai in New York ein neues Video-Streaming-Angebot verkünden, berichteten "New York Times", "Financial Times" und das "Wall Street Journal" am Freitag übereinstimmend unter Berufung auf informierte Kreise. Spotify werde damit in direkte Konkurrenz zu YouTube treten, das zum US-Internetkonzern Google gehört.

Der "New York Times" zufolge macht das Video-Portal YouTube dem schwedischen Unternehmen arg zu schaffen, weil die dort gratis gezeigten Musikvideos viele Gelegenheitshörer anlocken.

dk/bea (dpa/afp)