1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sport

Sport ist ein starkes Medium

Armut und soziale Spannungen beherrschen stärker denn je die Welt. Alternativen zur bürokratischen und häufig ineffektiven Entwicklungshilfe zeigten die Teilnehmer von Aktionstagen an der Sporthochschule in Köln.

Auswahlspieler der Sporthochschule und des DFB-Trainerlehrgangs während der Aktionstage in Köln. (Foto: Patrick Schwarz)

Sport als Mittel zur Völkerverständigung

In Köln fanden an der Deutschen Sporthochschule erstmals Aktionstage zum Thema Entwicklungszusammenarbeit und Sport statt. Die Veranstaltung, die vom Forum Sportpolitik und von Studierenden der Hochschule organisiert wurde, stand unter dem Motto "For More - Development through Sport".

Dabei wurden verschiedene Projekte zur Entwicklungszusammenarbeit durch Sport vorgestellt. Sebastian Rockenfeller organisierte das "Namibia Sports Project", das zeigen sollte, welche Möglichkeiten Sport als Mittel zur Völkerverständigung und Armutsbekämpfung bieten kann. "HIV- und Aids-Aufklärung, Friedensarbeit, Gleichstellung der Geschlechter: Das sind Themen, die der Sport leisten kann, wenn man konkrete Konzepte entwickelt", sagt Projektleiter Rockenfeller.

Hilfe zur Selbsthilfe

Projektleiter Sebastian Rockenfeller (Foto: Patrick Schwarz)

Projektleiter Sebastian Rockenfeller

Das Projekt hatte zum Ziel, nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Die Nachhaltigkeit sollte dadurch erzielt werden, dass Sportstrukturen geschaffen werden, die von den in Namibia ausgebildeten Trainern selbst aufrecht erhalten werden können.

Für die Teilnehmer war es auch von Bedeutung, das interkulturelle Lernen im Projekt zu verwirklichen. Für Namibier und Deutsche entstand so eine gemeinschaftliche Atmosphäre des Gebens und Nehmens. Sebastian Rockenfeller machte sich zunächst einmal vor Ort ein Bild von der Situation. Trotz kultureller Unterschiede habe es dabei schnell Berührungspunkte zwischen dem Projektleiter aus Deutschland und den Kindern aus Namibia gegeben.

"Unbeholfen wie ich war, habe ich einfach angefangen, mit den Kindern dort im Sand Fußball zu spielen und die pädagogischen Konzepte, die ich als Sportwissenschaftler erlernt hatte, umzusetzen", erläutert Rockenfeller. Beim Spiel habe er bemerkt, wie der Sport die Kinder von ihren alltäglichen Sorgen ablenken konnte.

Politikfreie Zone

Diese Erfahrung machte auch Anke Droese in Israel. Die 27jährige Sportstudentin arbeitete dort als Trainerin beim Projekt "Football 4 Peace" mit, bei dem israelische und palästinensische Kinder zusammen Fußball spielen. Die Organisatoren, zu denen neben dem British Council und der University of Brighton auch die Kölner Sporthochschule zählt, beschreiben das Projekt als "politikfreie Zone".

Trainerin Anke Droese (Foto: Patrick Schwarz)

Trainerin Anke Droese

Die Wahl der Sportart fiel dabei nicht zufällig auf Fußball. Auf der Beliebtheitsskala steht Kicken auch in Israel ganz weit vorne. "Fussball ist in Israel eine der Lieblingssportarten und deshalb prädestiniert für ein solches Projekt", meint Anke Droese. "Die Kinder lieben Fußball und sind daher sehr schnell zu begeistern."

Die Kinder in dieser Region wachsen in einem Umfeld auf, in dem Vorurteile an der Tagesordnung sind. Daher sei es vor allem wichtig gewesen, ihnen Werte zu vermitteln, die über den Sport hinausweisen. Akzente seien zum Beispiel auf Teamfähigkeit und Fairness gesetzt worden.

Am Anfang sei noch aufgefallen, dass sich israelische und palästinensische Kinder getrennt voneinander aufgestellt hätten. Doch schon bald hätten die Unterschiede keine Rolle mehr gespielt, sagt Droese. Damit das aber auch so bleibt, seien regelmäßige Kontakte zwischen den Kindern nötig. Nach Beendigung des Projekts wünscht sich Anke Droese daher, dass ganzjährig weiter Aktivitäten stattfinden, damit sich zwischen den Kindern echte Freundschaften entwickeln könnten.

Autor: Patrick Schwarz
Redaktion: Arnulf Boettcher

Audio und Video zum Thema