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Porträts Lehrerverbände

Spoločnost’ učiteľov nemeckého jazyka a germanistov Slovenska (SUNG)

Deutschlehrende in der Slowakei mussten in der letzten Zeit viele politische Rückschläge ertragen. Der Verband der Deutschlehrer und Germanisten unterstützt die Lehrer und kämpft für mehr Deutsch an Schulen.

Nadežda Zemaníková hat ihren Abschluss in Deutsch 1984 in Jena gemacht. Heute ist die Vorsitzende des Verbands der Deutschlehrer und Germanisten der
Slowakei Dozentin an der Universität. Doch sie fühlt sich nach wie vor als Deutschlehrerin, sagt sie.

Deutsche Welle: Frau Zemaniková, Sie haben ja lange in Deutschland gelebt. Vermissen Sie Deutschland da manchmal?

Nadežda Zemaníková: Das ist schwer zu sagen, da ich oft in Deutschland bin. Jedes Jahr gibt es verschiedene Anlässe wie Tagungen, Forschungsreisen oder Ähnliches. Der Kontakt wird immer aufrechterhalten. Manchmal vermisse ich vielleicht ein ordentlicheres Denken. Das kann man in der Slowakei nicht immer erwarten. Das sollen jetzt keine Klischees sein, aber das vermisse ich. Deutschland an sich – das würde ich nicht so sagen.

Sie sind in Ihrem Verband ja recht aktiv. Was ist das Projekt, das aktuell besonders wichtig ist?

Wir versuchen zurzeit, mehr auf Regionalisierung zu setzen. Wir wollen ein Netz von Kontaktpersonen in den Regionen aufbauen. Diese Kontakte gibt es in unterschiedlichen Stufen der Bildungsbranche. Das ist gerade so ein Projekt, das besonders für sprachpolitische Aspekte wichtig ist.

Was ist derzeit die größte Herausforderung für den Verband?

Audio anhören 00:15

Hören Sie rein: Nadežda Zemaníková erzählt, warum sie ihren Beruf so sehr mag

Seit ich 2010 die Leitung des Verbands übernommen habe, gab es schon die ersten Diskussionen um ein heute geltendes Gesetz, das Pflicht-Englischgesetz. Es gilt seit 2011, und seitdem ist Englisch die erste Fremdsprache. Wir haben seitdem versucht, das etwas abzuschwächen und die freie Wahl der ersten Fremdsprache durchzusetzen sowie die Stärkung der zweiten Fremdsprache. Dazu haben wir auch sehr intensiv mit anderen Fremdsprachenlehrerverbänden zusammengearbeitet, und trotzdem ist die Situation sogar noch schlechter geworden. Seit Neuestem gilt sogar, dass nicht mehr zwei Sprachen in den Grundschulen unterrichtet werden müssen. Nur noch Englisch ist ein Muss.

Diese Maßnahmen schlagen sich doch sicherlich auch auf die Stimmung der Lehrenden nieder, oder? Wir fangen Sie das im Verband auf?

Vorstand des slowakischen Deutschlehrerverbands

Der SUNG-Vorstand (von links): Ľubica Korečková, Monika Vaculková, Michal Dvorecký, Nadežda Zemaníková, Jana Juhásová

Wir haben direkt nach der Ankündigung – es war leider ein Weihnachtsgeschenk, da es kurz vor Weihnachten entschieden wurde – einen Ideen- und Planungsworkshop organisiert. Zu dem sind viele Mitglieder gekommen, und gemeinsam haben wir Wege gesucht, wie wir diese Herausforderungen meistern können. Wir haben dann sehr große Unterstützung vom Goethe-Institut Bratislava bekommen. Gemeinsam haben wir eine Kampagne gemacht, um die Leute darüber zu informieren. Ich hoffe, das das hilft, weil viele Lehrer wirklich resigniert sind und viele entlassen wurden. Oft kommt es auch zu Umschulungen als Englischlehrer oder Ähnliches.

Welchen Tipp würden Sie anderen Verbänden geben, wenn sie auch mal in eine so schwierige Phase kommen wie Sie gerade?

Ich weiß nicht, ob wir in der Lage sind, Tipps zu verteilen. Die Situation ist ja momentan nicht sehr gut. Ich glaube, die Zusammenarbeit mit den anderen Fremdsprachenverbänden im Land ist ein guter Weg. Ich glaube, Finnland macht es ähnlich. Wir haben immer versucht, zu zeigen, dass es nicht gegen Englisch geht, sondern dass man einen Akzent auf Mehrsprachigkeit legen sollte, sodass es überhaupt möglich wird, dass ein Kind integrativ mehrere Fremdsprachen lernen kann. Und das war, glaube ich, für uns ein Gewinn. Gemeinsam sind wir nämlich stärker.


Die wichtigsten Infos in Kürze:
Der

Verband der Deutschlehrer und Germanisten der Slowakei

(Spoločnost’ učiteľov nemeckého jazyka a germanistov Slovenska, SUNG) wurde 1991 gegründet und hat rund 210 Mitglieder. Der Verband setzt sich für die Belange von Germanisten und Deutschlehrern gleichermaßen ein.

Vorstandsgremium:
• Nadežda Zemaníková (Präsidentin)
• Michal Dvorecký (Generalsekretär, Webmaster)
• Monika Vaculková (Finanzen)
• Ľubica Korečková (Sektion Grund- und Mittelschulen)
• Jana Juhásová (Sektion Hochschulen)

IDV-Kontaktperson: Nadežda Zemaníková; nadja.zemanikova [at] web.de

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