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Wirtschaft

Spitzentreffen zu VW liefert keine schnelle Lösung

Das Treffen von VW-Chef Matthias Müller und der Chefin der amerikanischen Umweltbehörde EPA, Gina McCarthy, war mit Spannung erwartet worden. Lösungen brachte es jedoch keine.

Die Zusammenkunft fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, im Anschluss fuhr Müller wortlos ab. In einer VW-Mitteilung heißt es: "Wir wissen es zu schätzen, dass sich die Vorsitzende der EPA, Gina McCarthy, die Zeit für ein Treffen mit uns genommen hat." Volkswagen werde weiterhin in vollem Umfang mit den US-Behörden zusammenarbeiten.

Es sei keine Einigung mit dem Autobauer darüber erzielt worden, wie die fast 600.000 betroffenen Diesel-Motoren repariert werden können, teilte die Behörde EPA im Anschluss an das Gespräch in Washington mit. Woran es hakte, blieb offen. "Wir werden weiter an einer Lösung arbeiten", sagte McCarthy.

Müller war im Anschluss an die US-Automesse in Detroit extra nach Washington gekommen, um mit der EPA über Lösungsvorschläge für das Diesel-Dilemma zu sprechen. Seit Bekanntwerden der Manipulationen Mitte September war es das erste Treffen auf höchster Ebene zwischen VW und amerikanischen Staatsvertretern.

US-Behörden hatten nachgewiesen, dass eine illegale Motoren-Software Abgastests von Diesel-Autos des VW-Konzerns frisiert. In den USA sind fast 600.000 Fahrzeuge davon betroffen, die meisten - etwa 500.000 Autos - haben Motoren mit 2,0 Litern Hubraum, der Rest entfällt auf größere Sechszylinder mit 3,0 Litern Volumen. VW räumte die Vorwürfe ein. Hunderte Kunden klagen inzwischen. Vor rund einer Woche verklagten zudem die Vereinigten Staaten den Konzern.

Gegenwind auch aus Kalifornien

VW bemüht sich um die Zustimmung der EPA und des kalifornischen Umweltamts CARB zu einem Rückrufplan. Die beiden wichtigsten US-Umweltbehörden hatten am Dienstag ein Ende vergangenen Jahres eingereichtes Konzept für die von dem Skandal betroffenen Autos mit Zwei-Liter-Dieselmotoren zurückgewiesen. Volkswagens Vorschläge "sind unvollständig, im Wesentlichen mangelhaft und reichen bei Weitem für die Erfüllung der rechtlichen Anforderungen nicht aus", erklärte die CARB.

Die EPA teilte mit, dass sie mit dieser Einschätzung übereinstimme. Volkswagen betonte, dass sich die Ablehnung auf die anfänglichen Pläne des Konzerns beziehe. In den vergangenen Wochen habe das Unternehmen "konstruktive Diskussionen" mit den US-Regulierungsbehörden geführt.

Müller hatte am Rande der Automesse in Detroit angekündigt, bei dem Treffen mit McCarthy in Washington "angemessene technische Lösungen" vorzulegen. "Wir glauben, dass wir ein Paket anbieten, das in Ordnung ist", hatte Müller am Sonntagabend gesagt. "Jetzt müssen wir eben schauen, ob die EPA das genauso sieht, und dann werden wir irgendwann in der nächsten Zeit ein Ergebnis bekommen."

hmf/uh (afp, dpa)