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Asien

Spionage-Urteil sorgt für Empörung

Die Verurteilung einer US-Journalistin im Iran belastet die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen Washington und Teheran. Ein Gericht hatte entschieden, dass Roxana Saberi wegen Spionage acht Jahre ins Gefängnis muss.

Symbolbild USA / Iran(Montage: DW)

Ahmadinedschad und Obama: "Neubeginn" in Gefahr?

Das Weiße Haus betrachte das Urteil des Teheraner Revolutionsgerichts als "Rückschlag" in den Bemühungen von US-Präsident Barack Obama um eine Verständigung mit dem Iran, hieß es aus Washington. Obama und US-Außenministerin Hillary Clinton seien "tief enttäuscht".

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad kündigte am Sonntag (19.04.2009) an, er werde sich für Saberi einsetzen. Der Reporterin sollten im Berufungsverfahren alle rechtlichen Möglichkeiten offenstehen, erklärte Ahmadinedschad. Saberis Anwalt hatte zuvor mitgeteilt, er werde die Verurteilung zu acht Jahren Haft anfechten.

Wirklich Spionage?

Roxana Saberi (Foto: AP)

Roxana Saberi

Die 31-jährige Journalistin, die sowohl die iranische als auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, war im Januar festgenommen worden. Seitdem sitzt sie im berüchtigten Ewin-Gefängnis in Teheran. Ursprünglich hatten ihr die iranischen Justizbehörden vorgeworfen, Alkohol gekauft zu haben - was in dem streng islamischen Land verboten ist. Im März hatten die iranischen Behörden erklärt, Saberi sei 2006 der Presseausweis entzogen worden. Seitdem habe sie illegal als Journalistin im Iran gearbeitet. Später wurde ihr vorgeworfen, unter dem Deckmantel ihrer Reportertätigkeit für die USA spioniert zu haben. Spionage kann im Iran sogar mit dem Tod bestraft werden.

Keine Milde

Reza Saberi (Foto: AP)

Das Vater: Reza Saberi

Nach Angaben ihres Vaters hatte die Journalistin ein falsches Geständnis abgelegt, weil sie hoffte, dann freigelassen zu werden. "Roxana hat uns gesagt, dass alles was sie gestanden hat, nicht wahr ist", sagte Reza Saberi. Seine Tochter sei bei den Befragungen eingeschüchtert worden. Außerdem sei ihr versprochen worden, dass sie aus der Haft entlassen werde, wenn sie mit den Behörden zusammenarbeite. Vor Gericht habe sie das falsche Geständnis widerrufen und erklärt, dass sie getäuscht worden sei. Vergeblich.

Die Reporterin wurde in den USA geboren und lebte seit sechs Jahren im Iran. Sie war unter anderem für den öffentlichen US-Rundfunksender NPR, den amerikanischen Fernsehsender Fox News und die britische BBC tätig. Zuletzt arbeitete Saberi an einem Buch über den Iran. (wa/kle/afp/ap/dpa)

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