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Aktuell Asien

Spionage-Offizier aus Nordkorea übergelaufen

Nach Angaben Südkoreas hat sich ein Oberst des Militärgeheimdienstes aus dem kommunistischen Norden abgesetzt. Dass so ranghohe Funktionäre die Seite wechseln, ist eher selten.

Ein hochrangiger Aufklärungsoffizier aus Nordkorea hat sich nach Angaben der Regierung in Seoul nach Südkorea abgesetzt. Der Soldat im Rang eines Oberst sei bereits im vergangenen Jahr übergelaufen, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Montag mit. Er soll demnach für das nordkoreanische Aufklärungsbüro gearbeitet haben, das unter anderem Spionageeinsätze gegen Südkorea leitet. Es könnten jedoch keine weiteren Einzelheiten zu dem Fall publik gemacht werden, hieß es.

Zwar gibt es immer wieder Berichte über geflüchtete nordkoreanische Soldaten von niedrigem Rang, doch dass ein Offizier die Seiten wechselt, gilt als eher ungewöhnlich. Die Veröffentlichung erfolgte gerade drei Tage nach Berichten über 13 geflohene nordkoreanische Angestellte eines Restaurants.

Unter dem Druck der Sanktionen?

Die Gruppe hatte sich offensichtlich aus einem von Pjöngjang im Ausland betriebenen Restaurant nach Südkorea abgesetzt. Ein Sprecher des Vereinigungsministeriums äußerte die Vermutung, dass die Flucht auch auf erste Auswirkungen der jüngst verschärften UN-Sanktionen gegen das kommunistische Regime in Pjöngjang deute. Der Mann, ein Manager, und die zwölf Frauen seien am Donnerstag eingetroffen. Es sei das erste Mal sei, dass so viele Angestellte eines nordkoreanischen Lokals im Ausland zusammen geflüchtet seien.

Die Situation in der Region ist derzeit sehr gespannt. Als Reaktion auf einen neuen Atomtest Nordkoreas im Januar und einen ebenfalls umstrittenen Raketenstart hatte der UN-Sicherheitsrat jüngst die Sanktionen gegen das isolierte kommunistische Regime verschärft. Südkorea hatte zudem eigene Sanktionen gegen den Nachbarn verhängt.

SC/wl (APE, rtr, dpa)

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