1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wissen & Umwelt

Spinne liebt stinkende Socken

Schwitzende Füße und getragene Socken verursachen einen Geruch, der die meisten Menschen wohl eher in die Flucht schlägt. Nicht so eine ostafrikanische Spinne. Die sucht sogar gezielt nach diesem ganz speziellen Duft.

Ein Evarcha Culicivora-Männchen saugt einen Moskito aus

Stechmücken sind die Leibspeise der Evarcha Culicivora

Diese eigenartige Angewohnheit entdeckten Forscher der neuseeländischen Canterbury-Universität in Kenia, wo die Evarcha Culicivora rund um den Viktoriasee lebt. Bei Versuchen blieben die Spinnen im Schnitt deutlich länger in Kammern, die mit dem Geruch getragener Socken belüftet wurden.

Dabei interessiert sich die Spinne gar nicht für Menschen. Der Grund für diese ungewöhnliche Vorliebe ist ein ganz anderer: Die Spinne hat es auf die Weibchen der Stechmückenart Anopheles abgesehen. Die übertragen die Tropenkrankheit Malaria und ernähren sich zeitweise von menschlichem Blut. Und genau das ist es, was sie für die Spinne attraktiv macht. Denn mit Blut gefüllte Moskitos sind die Leibspeise der Evarcha Culicivora. "Blut ist wohl ein wichtiger Teil ihrer Ernährung", begründet die Forscherin Fiona Cross diese Vorliebe. "Vor allem aber hilft es ihnen, Partner zu finden." Denn der Genuss von Blut mache die Evarcha Culicivora attraktiver für das jeweils andere Geschlecht.

Gute Gründe für die Spinne, Jagd auf die Stechmücken zu machen. Und die halten sie sich bevorzugt dort auf, wo es nach Mensch riecht - zum Beispiel eben nach Schweißfüßen und getragenen Socken. Indem die Springspinne Orte mit genau diesem Geruch aufsucht, findet sie ihre Beute. Dann bohrt sie ihre kleinen, hakenförmigen Fangzähne in die Moskitos und saugt das Blut aus ihnen heraus. So kommt sie an das energiereiche Blut von Menschen und Säugetieren, ohne diese selbst anzapfen zu müssen. Dafür wären die Zähne der nur rund fünf Millimeter kleinen Spinne auch gar nicht stark genug.

Autorin: Theresa Tropper
Redaktion: Judith Hartl

WWW-Links