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Fußball

Spieltag der Aufsteiger

Paderborn und Köln feiern am 2. Spieltag der Fußball-Bundesliga Auswärtssiege und düpieren Hamburg und Stuttgart. Im Topspiel teilen sich Bayern und Schalke die Punkte, dabei stehen vor allem die Neuen im Fokus.

Die Samstagspartien des 2. Spieltages in der Fußball-Bundesliga boten einige Überraschungen: Beide Aufsteiger gewannen ihre Auswärtsspiele, Leverkusen mühte sich gegen taktisch gut aufgelegte Berliner lange zu einem Heimsieg. Hoffenheim tat sich in Bremen genauso schwer wie Wolfsburg zu Hause gegen Frankfurt. Meister FC Bayern München verpasste bei der Bundesliga-Premiere von Xabi Alonso den zweiten Saisonsieg. Gegen Schalke reichte es am Ende nur zu einem 1:1 (1:0).

Im Spitzenspiel am Samstagabend richteten sich zunächst alle Augen auf Bayern-Neuzugang Alonso, der in der Startelf stand. Doch zwei andere Neue stahlen dem spanischen Weltmeister nach zehn Minuten die Show: Sebastian Rode und Robert Lewandowski sorgten mit einem schönen Doppelpass für Verwirrung im Schalker Strafraum, die Lewandowski eiskalt zur 1:0-Führung nutzte. Brenzlig wurde es für die Bayern nur einmal kurz vor der Halbzeit, als Manuel Neuer einen seiner berüchtigten Ausflüge Richtung Mittellinie machte und den Ball direkt in die Füße von Kaan Ayhan spielte. Der versuchte es mit einem Fernschuss auf das verwaiste Bayern-Tor, verfehlte es aber um mehrere Meter.

Im zweiten Durchgang wurde die Partie hitziger, ruppiger und emotionaler. In der 62. Minute erhitzten sich dann vor allem die Gemüter der Gäste: Nach einem Schalker Freistoß sprang der Ball an den Arm von Benedikt Höwedes, von dort aus trudelte er ins Tor von Neuer. Schiedsrichter Marco Fritz entschied auf Treffer - Schalke kam so zum umstrittenen Ausgleich. Nach dem 1:1 fand der FC Bayern kaum noch einen Zugriff auf das Spiel, Torraumszenen wurden weniger und der FC Schalke kämpfte das Remis über die Zeit. "Wir sind überhaupt nicht gut aus den Startlöchern gekommen, aber die Mannschaft hat eine herausragende Reaktion gezeigt und hervorragend gefightet", lobte Schalke-Trainer Jens Keller. "Ich wusste, dass wir nach der Pause noch unsere Chance bekommen. Die Mannschaft hat das überragend gemacht." Sein Gegenüber, Bayern-Coach Pep Guardiola, resümierte:
"Die ersten 20, 25 Minuten waren hervorragend. Dann haben wir die Ballkontrolle verloren, das war das Problem. Wir sind später dran als die anderen, wir haben einige Wochen weniger. Xabi Alonso wird der Mannschaft sehr helfen, weil er eine große Qualität hat."

Hamburg kassiert Heimpleite

Für die größte Überraschung des Spieltages sorgte Bundesliga-Neuling SC Paderborn mit dem 3:0 (1:0)-Auswärtsieg beim Urgestein Hamburger SV. Dabei machte der Aufsteiger genau da weiter, wo er vor einer Woche aufgehört hatte und versteckte sich keineswegs. Nach einer halben Stunde wurde der Mut belohnt: Elias Kachunga brachte den SC in Front (29.). Und damit nicht genug: Nach einem haarsträubenden Fehlpass der Hamburger behielt Mario Vrancic die Nerven, umkurvte HSV-Torwart René Adler und erhöhte seelenruhig auf 2:0 (69.). Moritz Stoppelkamp machte das Hamburger Debakel mit seinem Treffer zum 3:0 perfekt (87.) - die HSV-Fans quittierten die an die letzte Saison erinnernde Fehlleistung ihrer Mannschaft mit wütenden Pfiffen. "Wir müssen jetzt sehen, dass wir wieder in die Spur kommen", resümierte Hamburgs Offensivspieler Ivo Ilicevic.

Köln gewinnt in Stuttgart

Anthony Ujah jubelt (Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Ujah schießt Köln zum Auswärtssieg

Auch der zweite Aufsteiger fuhr die ersten drei Auswärtspunkte ein: Der 1. FC Köln bezwang den VfB Stuttgart mit 2:0 (2:0). Bis zur 22. Minute war die Partie völlig ausgeglichen - dann schlug Neuzugang Yuya Osako zu: Am langen Pfosten lauerte der Japaner nach einer abgefälschten Hereingabe von Kapitän Miso Brecko und brachte mit seinem ersten Bundesligator den FC in Führung. Sein Sturmpartner Anthony Ujah erhöhte wenig später mit einem satten 18-Meter-Schuss auf 2:0 (33.). Danach hatten die Gäste die Partie im Griff, Stuttgart fehlten die Mittel, sich gegen die defensiv gut stehenden Kölner durchzusetzen.

Mehr Mühe als gedacht hatte Bayer Leverkusen bei seinem 4:2 (0:1)-Heimsieg über Hertha BSC. Mit Überfallfußball und einem Blitztor hatte Bayer 04 noch beim Saisonstart überzeugt. Am 2. Spieltag jedoch gab es zunächst einen Dämpfer, denn Neuzugang Tin Jedvaj legte einen unglücklichen Einstand in seinem ersten Bundesliga-Heimspiel für Bayer hin: Bei seinem Klärungsversuch war Torwart Bernd Leno geschlagen und so ging Hertha in der 24. Minute durch das Eigentor des Verteidigers in Führung. Doch der Kroate ließ den Kopf nicht hängen, startete furios in die zweite Halbzeit und machte seinen Fehler mit seinem Tor zum 1:1 wieder gut (50.).

Tin Jedvaj jubelt über sein Tor (Foto: Juergen Schwarz/Bongarts/Getty Images)

Tin Jedvaj (r.) machte seinen Fehler wieder gut

Nur zehn Minuten später setzte sich Julian Schieber vorerst an die Spitze der Torjägerliste und erzielte sein bereits drittes Saisontor für seinen neuen Verein Hertha BSC. Der Jubel währte nur kurz, denn nur anderthalb Minuten später glich Emir Spahic nach einem Freistoß wieder für Leverkusen aus (62.). Dann stellte die Werkself ihre Klasse unter Beweis und entschied die Partie für sich: Julian Brandt verwertete einen von der Latte zurückgeprallten Ball zur 3:2-Führung (74.). Wenig später machte Karim Bellarabi mit einem satten Weitschuss zum 4:2 alles klar (86.). "Das war für uns ein sehr schwieriges Spiel, dadurch aber extrem wertvoll, weil wir als Mannschaft sehr gefordert wurden", analysierte Bayer-Trainer Roger Schmidt. "Am Ende haben wir verdient gewonnen, deshalb Hut ab vor meiner Mannschaft."

Wolfsburg verpasst Heimsieg

Einen Heimsieg hatte auch der VfL Wolfsburg angepeilt, doch am Ende reichte es gegen Eintracht Frankfurt nur zu einem 2:2 (1:1). Dabei machte der VfL schnell klar, wer im eigenen Stadion das Sagen hat: Der Ex-Bremer Naldo brachte seinen Ex-Trainer Thomas Schaaf mit einem Freistoß in Rückstand (15.) und ließ die VfL-Fans jubeln. Frankfurts Torwart und Kapitän Kevin Trapp machte dabei allerdings keine gute Figur. Doch auch sein Gegenüber Max Grün musste nach einem abgefälschten Freistoß hinter sich greifen: Takashi Inui erzielte den 1:1-Ausgleich (23.). Danach kamen die Frankfurter immer besser ins Spiel und zu weiteren aussichtsreichen Chancen. Im zweiten Durchgang beschränkte sich Frankfurt auf das Verteidigen und ließ Wolfsburg wieder zurück ins Spiel kommen. Der VfL drängte auf ein Tor und Maximilian Arnold brachte die Hausherren folgerichtig in Führung (79.). Den Sieg brachte Arnold jedoch nicht, denn Vaclav Kadlec gelang kurze Zeit später der 2:2-Ausgleich (86.). Das sei zwar ärgerlich, aber noch nicht weiter gravierend, sagte Torschütze Arnold: "Wir haben jetzt den 2. Spieltag und nicht den 33., deswegen brauchen wir den Teufel auch nicht an die Wand zu malen."

Mit einem Remis musste sich auch Hoffenheim in Bremen begnügen: Mit 1:1 (1:0) trennte sich die TSG von Werder. Dabei waren die Gäste zunächst in Führung gegangen: Roberto Firmino nahm ein tolles Diagonal-Zuspiel von Sebastian Rudy wunderbar mit, legte den Ball dabei elegant an Werder-Torwart Raphael Wolf vorbei und schob lässig zum 1:0 ein (19.). Werder brauchte lang, um sich von dem Rückstand zu erholen und kam erst in der zweiten Halbzeit zum Ausgleich durch Alejandro Galvez (59.).

Am Freitagabend hatten der FC Augsburg und Borussia Dortmund den 2. Spieltag mit einer torreichen Partie eröffnet: Dank des überragenden Marco Reus

gewann der BVB mit 3:2.

Am Sonntag stehen die beiden Partien FSV Mainz 05 gegen Hannover 96 und SC Freiburg gegen Borussia Mönchengladbach auf dem Programm.

Alle Ergebnisse und die Tabelle der Fußball-Bundesliga finden Sie hier.

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