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Wirtschaft

Spielend Rekorde knacken

Die Spielwarenbranche hofft auf ein boomendes Weihnachtsgeschäft und will in diesem Jahr erstmals die Drei-Milliarden-Marke beim Umsatz knacken. Vogelartige Wesen sollen dabei helfen.

"Wir erwarten ein Rekordweihnachtsgeschäft", sagte der Geschäftsführer des Handelsverbandes Spielwaren, Willy Fischel, am Dienstag in Nürnberg. Kurz vor dem Fest registriert die Branche einen Ansturm auf hochpreisige Spielwaren - besonders Lego, Playmobil und die neu auf den Markt gekommenen "Hatchimals" sind beliebt. "Hatchimals" sind vogelartige interaktive Plüschtiere, die in einem Ei stecken und bei Zuwendung schlüpfen. Das Weihnachtsgeschäft macht rund 40 Prozent des Jahresumsatzes der Branche aus.

Sollte das Geschäft wie erhofft laufen, sei mit einem Umsatzplus von bis zu drei Prozent auf 3,088 Milliarden Euro zu rechnen, sagte Fischel. Nach den Branchenprognosen werden die Deutschen damit das dritte Jahr in Folge mehr Geld für Spielwaren ausgeben. Als Grund dafür nannte Fischel neben der anhaltend guten Wirtschaftslage in Deutschland einen "kleinen Babyboom".

Außerdem sei nicht mehr der dänische Spielwarenhersteller Lego alleine der Wachstumstreiber. Auch andere Hersteller wie Playmobil, Simba, Schleich, Hasbro oder Hudora machten sehr gute Geschäfte.

Spielzeug Lego Bausteine (picture-alliance/dpa/K.J. Hildenbrand)

Spiele-Bausteinsysteme wie Lego bleiben trotz elektronischer Spielewelten gefragt.

Weihnachten öffnet die Taschen

Mit Blick auf Weihnachten sind die Deutschen offenbar dazu bereit, tiefer in die Taschen zu greifen als in den Jahren davor. Die Ausgaben für Spielzeug in der Preislage von über 100 Euro legten zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts im Vergleich zum Vorjahr um dreizehn Prozent zu.

Besonders Technikprodukte wie Schaufelradbagger und Porsche-Autos von Lego oder die Polizeizentrale von Playmobil verkauften sich nach einer Marktanalyse der NPD-Group Deutschland für die Spielwarenbranche gut. Auch der klassische Mädchenbereich mit dem Reiterhof von Schleich, dem Lego Friends Freizeitpark oder der Baby-Born-Puppe werden oft verkauft.

Playmobil treibt den Umsatz

Einen großen Anteil am anhaltenden Wachstum hat der fränkische Spielwarenhersteller Playmobil. Dieser stehe für mehr als zwanzig Prozent des Wachstums, sagte der für die Branchen-Marktanalyse verantwortliche Joachim Stempfle.

Lego verkaufe sich mit seinen Technikprodukten in Deutschland ebenfalls stark. Einen Sprintstart hätten die neu auf den Markt gekommenen "Hatichmals" der Firma Spin Master hingelegt, die es auf Anhieb unter die meistverkauften Produkte schafften.

Adventskalender Lego Star Wars (picture-alliance/dpa/A. Heinl)

Beliebt und recht teuer: Star Wars Produkte von Lego

Star Wars im Kinderzimmer

Produkte mit Lizenzen verkauften sich dem Marktbericht zufolge zuletzt stärker als andere Spielwaren, so dass die Lizenzprodukte ihren Marktanteil auf 21 Prozent erhöhten. Die Lizenzen rund um die Film-Saga "Star Wars" waren dabei der Haupttreiber dieser Entwicklung.

Zur guten Entwicklung der Spielwarenbranche trug auch bei, dass die Deutschen im Laufe der Zeit immer spendierfreudiger wurden. Im Jahr 2015 gaben sie 290 Euro je Kind aus und damit zehn Euro mehr als der Durchschnitt der fünf größten europäischen Märkte Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien, sagte Stempfle. Noch vor fünf Jahren hätten die Deutschen knapp 30 Euro weniger pro Kind investiert als der Durchschnitt dieser Länder.

Neben dem Handel ist auch die Spielwarenindustrie mit der Lage äußerst zufrieden. Fast die Hälfte der Hersteller erzielte in diesem Jahr einen besseren Umsatz als im Vorjahr, nur 14 Prozent machten schlechtere Geschäfte, sagte Verbandsgeschäftsführer Ulrich Brobeil. Für 2017 rechnen 44 Prozent der Unternehmer mit einem weiteren Wachstum, nur zehn Prozent fürchten eine Verschlechterung. "Die deutsche Spielwarenindustrie ist enorm stark", sagte Brobeil.

iw/hb (afp)

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